Unterschiedlich

Bilanz der Grenchner Sonntagsverkäufe ist durchzogen und verregnet

Der GVG machte mit Plakaten auf die zwei Sonntagsverkäufe aufmerksam.

Der GVG machte mit Plakaten auf die zwei Sonntagsverkäufe aufmerksam.

Die beiden Sonntagsverkäufe in Grenchen hätten nicht unterschiedlicher sein können: Der erste lief gut, der zweite fiel buchstäblich ins Wasser.

Der Grenchner Gewerbeverband GVG hatte auch in diesem Jahr seine Mitglieder dazu aufgerufen, sich aktiv an den beiden Sonntagsverkäufen zu beteiligen. Eine stattliche Anzahl Geschäfte nutzte die Gelegenheit, entweder am ersten oder am zweiten Wochenende für die Kundschaft da zu sein, manche hatten sogar an beiden Sonntagen geöffnet.

Die einen sind mehr, die anderen weniger zufrieden

Die Bilanz fällt unterschiedlich aus: Während die meisten Geschäfte am ersten Wochenende, das mit dem Grenchner Weihnachtsmarkt zusammenfiel, über gute Ergebnisse berichteten, waren die Kundenfrequenzen am zweiten Sonntagsverkauf eher überschaubar, gelinde gesagt. Mit einer Ausnahme: Wirth Sport verzeichne am zweiten Sonntag jeweils grössere Kundenfrequenzen als am ersten, sagt Martin Krebs. «Wir laden unsere guten Kunden spezifisch an diesem Sonntag zum Apéro ein, auf den sozialen Medien und durch Mund zu Mund Propaganda.» Das sei für sie die Möglichkeit, sich bei den Kundinnen und Kunden für das Geschäft das Jahr hindurch zu bedanken. Krebs könnte sich auch vorstellen, an nur einem Sonntag geöffnet zu haben: «Das würde aber voraussetzen, dass wirklich alle Geschäfte geöffnet haben.» Gerade vorgestern blieben viele Geschäfte, wie Fust, Interdiscount, Créasphère, Lüthy und auch etliche kleiner Betriebe geschlossen. Auch die Möglichkeiten, irgendwo an der Wärme einen Kaffee zu trinken, waren in Grenchen an einer Hand abzuzählen.

Damit könne Grenchen mit den Nachbarstädten Biel und Solothurn nicht konkurrieren, sagt Carmen Leimer von der Boutique Olivia an der Marktstrasse. Sie könne sich über die Frequenzen am ersten Sonntag nicht beschweren: «Der Weihnachtsmarkt und das schöne Wetter trugen viel dazu bei, dass wir uns über gute Kundenfrequenzen freuen konnten.» Dass am zweiten Wochenende dann nicht mehr so viele Kundinnen in die Stadt kamen, erstaunt sie nicht: «Bei diesem Hudelwetter blieben viele Leute zu Hause. Es haben sich auch einige telefonisch abgemeldet.» Denen, die trotzdem kamen, offerierte sie ein Cüpli und Speckzüpfe. «Für mich bietet der zweite Sonntagsverkauf die Gelegenheit, mich bei der Kundschaft zu bedanken, Merci zu sagen.» Viele seien auch einfach vorbei gekommen, um schöne Weihnachten zu wünschen, ohne spezifisch etwas einzukaufen. «Darunter auch Kundinnen und Kunden, die ich lange nicht mehr gesehen hatte.»

Schlechtes Wetter hielt die Kundschaft fern

Agnes Chirico von der Team-Papeterie hatte am zweiten Sonntag geöffnet. Aber rühmen kann sie den Sonntagsverkauf nicht. «Der Sonntagsverkauf war eher ‹für ds Büsi›, Ich hatte viel Zeit, Büroarbeiten zu erledigen. Das schlechte Wetter hat wohl allen einen Strich durch die Rechnung gemacht.» Das sieht Gisella Toffanin von der Boutique Silhouette ähnlich. «Wenn der Weihnachtsmarkt direkt vor unserer Eingangstüre stattfindet, dann läuft es auch gut bei uns. Aber letzten Sonntag, bei diesem Dauerregen und Wind, da war der Marktplatz leer.» Sie habe ihrer Kundschaft, die mittels Mund zu Mund-Propaganda und Plakat eingeladen wurde, ein Apéro spendiert und beinahe den Vorjahresumsatz erreicht.
Markus Arnold von der Dropa Drogerie Arnold nennt die Frequenzen von letzten Sonntag «bescheiden. Aber wir waren da für unsere Kundschaft.» Der erste Sonntag, mit Weihnachtsmarkt, sei besser gelaufen. «Der zweite Sonntag fiel schlicht ins Wasser.»

Auf die Frage, ob es vielleicht besser wäre, den Sonntagsverkauf nur an einem Sonntag durchzuführen, sagt Arnold: «Einen gemeinsamen Nenner zu finden, ist schwierig.» Das Einkaufsverhalten habe sich
verändert und Städte von der Grösse Grenchens könnten nicht mit grossen Städten konkurrieren. «Aber ich würde begrüssen, wenn man den Leuten zeigen könnte, hier gibt es viele gute Geschäfte und hier kann man stressfrei einkaufen. Mit genügend Parkplätzen in unmittelbarer Nähe und einem überraschend guten Angebot.»

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