Lengnau

Bewegt und informiert: Spaziergang auf den Spuren des Bibers

Wildhüter Romeo de Monaco erläutert das Schicksal dieses verunfallten Bibers.

Wildhüter Romeo de Monaco erläutert das Schicksal dieses verunfallten Bibers.

Was verändert sich mit dem Ausbau und der Renaturierung des Moosbachs und der Lengnau-Leugene? Einblick bot der Spaziergang im Rahmen von «Schweiz bewegt».

Die Gebäude in der Industriezone stehen auf Pfählen. Immer mehr Land ist verbaut. Von Dächern und Strassen fliesst bei Regen immer mehr Wasser ab. In der Überbauungsordnung CSL Behring wurden ökologische Ersatzmassnahmen gefordert. Für die Burgergemeinde Lengnau hiess dies die ökologische Aufwertung des Moosbaches.

Der seit langem nicht mehr zeitgemässe Zustand der Lengnau Leugene, des Dorfbaches, liess die Einwohnergemeinde zum Projekt stossen. So entstand das gemeinsame Projekt zum Ausbau und der Renaturierung, von Moosbach und Lengnau-Leugene, das heute genehmigt vorliegt. Baubeginn ist im Herbst 2019.

Dorfbach renaturieren

Die Information und der Spaziergang im Rahmen von «Schweiz bewegt» interessierte. An die 100 Teilnehmende hörten gespannt den Ausführungen von Jonas Walter, Projektleiter der Burgergemeinde, Jörg Ramseier, Fischereiinspektor, Romeo de Monaco, Wildhüter, Felix Leiser, Biologe und Peter Röthlisberger, Projektingenieur.

Der Dorfbach soll renaturiert werden.

Der Dorfbach soll renaturiert werden.

Nach dem Prinzip «wenn das Wasser kommt, braucht es Platz» sei das Projekt mit Verbesserung der Gewässerräume nach neuesten ökologischen Kenntnissen, der Gewässerverbindungen und Vernetzung und eines neuen Uferwegnetzes entlang Moosbach und Lengnau Leugene entstanden sagt Peter Röthlisberger. Amphibiengewässer und Lebensraum für gefährdete Arten sollen entstehen. Die Freizeitnutzung wird mit Fussgängerstegen beibehalten, vorhandene wertvolle Bäume und Feuchtgebietsarten werden geschont.

«Alle Dinge sind in der Natur miteinander verbunden, der Biber brauche die Unterstützung nicht zwingend» spricht Romeo de Monaco über das gewitzte Tier, das so einigen Überbauungen Sorge bereite. Wenn der Mensch pro Quadratzentimeter kaum 300 Haare auf dem Kopf habe, der Bauch des Bibers habe deren 23'000. Und im Gegensatz zum Biber habe der Mensch seine Ressourcen vom nächsten Jahr bereits aufgebraucht, setzt sich de Monaco für das Tier ein. Und es sucht sich seinen Lebensraum mit Nachdruck: Im Bereich der Strassen und Uferwege wird ein Biberschutz eingebaut.

Artenvielfalt fördern

Bei der Erfolgskontrolle in der mit dem Bau der N5 renaturierten Leugene wurden elf von in der Schweiz 30 vorkommenden Fischarten gezählt. Mit der guten und vielfältigen Vernetzung sollen in Zukunft also Stichling, Bartgrundel aber auch Egli und Bachforelle Lebensraum im Moos- und Dorfbach finden. Glücklicherweise nicht da sind invasive Neophyten, nicht erwünschte Pflanzen. Gehegt, gepflegt und wieder angesät werden die standortgerechten einheimischen Pflanzenarten.

Die Vernetzung hat auch mit dem Spaziergang geklappt. Die Naturfreunde, die Burger- und Einwohnergemeinde und «Schweiz bewegt» – alle waren über die grosse Teilnehmendenzahl freudig überrascht.

Der tote Biber auf dem Bild musste vom Wildhüter abgetan werden, weil er verletzt aufgefunden wurde. Junge Biber werden von der Gemeinschaft in einem gewissen Alter verstossen und müssen sich ein eigenes Revier suchen. In dieser Wanderschaftsphase können sie auch – wie vermutlich in diesem Fall - angefahren werden.

Apropos Schweiz bewegt: Nach einem kleinen Durchhänger vom 5. bis 7 Mai hat Lengnau das Duell gegen Seedorf am Ende mit wachsendem Vorsprung gewonnen: Es wurden 658'102 Bewegungsminuten gesammelt (481'422 in Seedorf). (at.)

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