Seit letztem Wochenende steht ein roter Helikopter der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega in Grenchen. Er steht im neuen kombinierten Hangar-, Feuerwehr- und Werkhofgebäude des Flughafens, das in diesen Tagen fertiggestellt wird.

Beim Helikopter handelt es sich um einen Airbus H125. Dieser wird zu Trainings- und Ausbildungszwecken von Rega-Nachwuchspiloten eingesetzt. Auch die zwei Rettungshelikopter-Typen der Rega, der Airbus H145 und der AgustaWestland Da Vinci, werden hier regelmässig zu sehen sein, wenn sie zu Aus- und Weiterbildungsflügen starten.

Piloten müssen durch strenges Assessment

Grenchen ist die erste reine Ausbildungsbasis der Rega. «Wer als Pilot zur Rega kommt, hat zwar schon grosse Erfahrung im Helikopterfliegen und muss ein spezielles Assessment bestehen», erklärt Basisleiter Daniel Kränzlin. Danach müssen die Piloten aber auf den jeweiligen Rettungshelikopter umgeschult und für besondere Rettungssituationen, beispielsweise im hochalpinen Bereich und bei anspruchsvollen Wetterbedingungen, ausgebildet werden. Auch die Notärzte müssen sich mit der speziellen Ausrüstung (z.B. Rettungswinde zur Personenbergung) vertraut machen, zuerst mit einem Kran im Hangar und dann im Gelände.

«Grundsätzlich führt die steigende Regulierung in der Aviatik und in der Medizin zu einem immer grösseren Ausbildungsaufwand», erklärt Kränzlin weiter. Deshalb habe sich die Rega schon länger nach einem geeigneten Ort für eine Ausbildungsbasis umgeschaut. Die gute Infrastruktur in Grenchen, unter anderem mit der Möglichkeit für Anflüge im Instrumentenflugverfahren, mache den Standort ideal für Schulungs- und Trainingsflüge.

Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega ist eine gemeinnützige private Stiftung für Luftrettung in der Schweiz, die 1952 von Mitgliedern der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft gegründet wurde und ihren Sitz am Flughafen Zürich hat. Sie betreibt 12 Einsatzbasen in der Schweiz und beschäftigt rund 40 Helikopterpiloten, die allein 2018 rund 12'000 Rettungseinsätze geflogen sind.

Auch Swiss-Piloten werden hier ausgebildet

Ins Mehrzweckgebäude für 5,5 Mio. werden in den nächsten Tagen auch der Flughafen-Werkhof und die Flughafenfeuerwehr einziehen sowie die Firma Lufthansa Aviation Training (LAT), die hier für die Airlines des Konzerns, insbesondere für die Swiss, ihre Piloten ausbildet.
Das Gebäude ist weitgehend aus Holz gebaut und laut Architekt Ivo Erard mit modernster Gebäudeinfrastruktur ausgerüstet. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert und eine Luft-Wärmepumpe, mit welcher das ganze Gebäude geheizt wird.

Ob auf dem Dach des Mehrzweckgebäudes auch ein neuer Tower gebaut werden kann, wird sich entscheiden, wenn klar ist, wie künftig die Kosten für die Flugsicherung verteilt werden.