Im Rahmen einer würdigen kleinen Feier im Alten Spital in Solothurn, im Beisein unter anderem von Regierungsrätin Susanne Schaffner, Kantonsratspräsident Urs Ackermann und Dr. Ueli Gut, Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz, hat Alzheimer Solothurn den Fokuspreis 2018 an Margrit Dobler verliehen.

Die frisch pensionierte Sozialarbeiterin gilt landesweit als die Fachfrau für sämtliche Fragen rund um die frontotemporale Demenz und erhielt den Anerkennungspreis denn auch für ihr unermüdliches Engagement für frontotemporaldemenz-betroffene Menschen und Familien.

Margrit Dobler weiss: Die grosse Herausforderung für alle Beteiligten ist die Betreuung. Gerade weil frontotemporale Demenz als seltene Form von Demenz bezeichnet wird, sie aber der Überzeugung ist, dass die Erkrankung viel weiter verbreitet, aber nicht diagnostiziert ist, ist es laut ihr umso entscheidender, dass alle Betroffenen fachlich gut begleitet werden. Die Gefahr der Isolation für Angehörige sei sehr gross, weil sie sich mit der kranken Person nicht mehr in der Gesellschaft bewegen könnten. Ihr Leitgedanke: Angehörige sollen gehört, ernst genommen und nicht beschuldigt werden.

In seiner Laudatio ging Ernst Zingg, Präsident von Alzheimer Solothurn, auf ihr Schaffen ein und würdigte ihre Bemühungen. Margrit Dobler, so Zingg, habe dem bisher wenig bekannten Thema frontotemporale Demenz ein Gesicht gegeben und mit ihrem persönlichen Engagement dafür gesorgt, dass Betroffene eine Anlaufstelle hätten.

Würdigung langjähriger Arbeit

Die Ausgezeichnete selber berichtete über ihre Motivation und ihre Erfahrungen mit frontotemporaldemenz-betroffenen Menschen und gab Einblicke in ihr Engagement. Dass gerade sie den Fokuspreis 2018 erhalte, bedeute ihr sehr viel, sagte Margrit Dobler in Solothurn. «Es ist dies eine Würdigung meiner langjährigen Arbeit.» Aus den Händen des Präsidenten und von Geschäftsleiterin Nadia Leuenberger und mit dem verdienten Applaus aus dem Plenum erhielt Margrit Dobler den Preis, einen Blumenstrauss sowie die mit der Auszeichnung verbundenen zweitausend Franken.

Vor der eigentlichen Preisverleihung hatte Ernst Zingg den Umstand gewürdigt, dass das Thema Demenz in der Öffentlichkeit nun endlich seinen berechtigten Stellenwert erhalten habe. Die passenden Zahlen dazu konnte er präsentieren: 4‘980 Menschen im Kanton Solothurn mit Demenz – 930 Neuerkrankungen im Jahr 2016. Dazu muss von einem direkt betroffenen Umfeld von rund 16‘000 Personen ausgegangen werden.

Das Risiko einer Demenzerkrankung steigt mit zunehmendem Alter stark an. Von den über 65-Jährigen sind rund 9 % erkrankt. Schätzungsweise hat aber nur knapp die Hälfte der Menschen mit Demenz eine Diagnose. «Diese Zahlen und Aussagen müssen nicht nur beeindrucken, sondern auch aufrütteln», sagte Zingg. Er sage dies im Wissen, dass viele Anwesende Teil dieser Geschichte seien. Der Präsident: «Deshalb heisst es für uns von Alzheimer Solothurn nicht: Mit Demenz leben oder trotz Demenz leben – sondern Demenz leben.» (mgt)