Leberberg

Eröffnung des Pastoralraumes: Wie Mangel zum Gewinn werden kann

Errichtungsfeier des neuen Pastoralraums Solothurn-Unterer Leberberg in der St.-Ursen-Kathedrale.

Sonntagvormittag. Das Hauptportal der St.-Ursen-Kathedrale steht offen. Denn der Pastoralraum Solothurn-Unterer Leberberg soll durch Bischof Felix Gmür anlässlich eines Festgottesdienstes errichtet werden. Nach dem feierlichen Einzug der Ministrantinnen, Ministranten, weiteren kirchlichen Mitarbeitern des neuen Pastoralraumes und schliesslich des Bischofs zum Gesang der Singknaben St.Ursen, kann Edith Rey die Anwesenden begrüssen. «Gerade in besonderen Umständen ist Gott da», nimmt Bischof Gmür Bezug auf die gegenwärtig einschränkende Situation, welche ein auch weltliches Fest verunmöglicht. Stimmig der erste Gemeindegesang im Wechsel mit den Singknaben «Du öffnest, Herr, die Türen». Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Korinther wird festgehalten, dass den Menschen verschiedene Gaben zu eigen sind, welche sie entfalten sollen, aber über allem nur ein Geist weht. Sinngemäss sollen diese Gaben in den Pastoralraum eingebracht werden.

Brot des Lebens und des Geistes

Seiner Predigt legte Bischof Gmür das sechste Kapitel des Johannes-Evangeliums zugrunde, in welchem von der Speisung der 5000 Leute die Rede ist, welche Jesus Reden hören wollten. Bei den Jüngern herrscht Ratlosigkeit, wie sie der Menge zu essen geben sollen. Aber siehe da, am Schluss waren nicht nur alle satt, sondern es gab noch Resten. Im Anschluss daran sprach Jesus das bekannte Bibelwort: «Ich bin das Brot des Lebens.» Die Doppeldeutigkeit von Brot als menschliche Nahrung und als geistige Kost bildete den Hauptteil der Predigt. «Manchmal erkennen wir eine Situation als schwierig. Aber wenn wir ratlos sind, ist die Gelegenheit da, auf Jesus zu schauen. Mangel wird zum Gewinn. Teilen macht alles gut.» In der aramäischen Urschrift wird ausdrücklich vom «übernatürlichen Brot» gesprochen. «Jeder und jede hat eine Gabe, und das ist das Brot, das wir brauchen.» Das Gesprochene wird durch den ergreifenden Gesang der Singknaben und das gefühlvolle Orgelspiel von Benjamin Guélat umrahmt.

Mit aufgesetzter Mitra und dem Bischofsstab in der Hand schritt Bischof Felix Gmür zur eigentlichen Eröffnung des Pastoralraumes, umfassend die Römisch-katholischen Kirchgemeinden Günsberg-Niederwil-Balm, Flumenthal-Hubersdorf, St.Niklaus und Solothurn. Fürbitten wurden durch die im neuen Pastoralraum wirkenden kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebracht. Anschliessend zelebrierte Bischof Gmür die Eucharistiefeier.

Ein langer Prozess

Karl Heeb, der Präsident des Zweckverbandes, stellte als Metapher das nun fertig gebaute Haus ins Zentrum seiner Ansprache, welches es nun innen auszustatten gilt. Er erinnerte daran, dass der erste Gedanke zur Errichtung von Pastoralräumen bereits vierzehn Jahre alt ist. In Solothurn und den umliegenden Kirchgemeinden gab es immer wieder aktuellere Probleme zu lösen, sodass die eigentlichen Arbeiten erst im Januar 2019 gestartet werden konnten und heute ihr glückliches Ende finden.

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