Einen Roman mit einem unsympathischen Protagonisten zu schreiben, das geht für den Schweizer Schriftsteller Alex Capus nicht. «Ich habe es mal versucht. Das ging einfach nicht.»

Deshalb erschafft der 52-Jährige Figuren, mit denen er solidarisch ist. Er wolle seine Leser ja nicht erschrecken, sondern sie dazu bringen, sich ihm «vertrauensvoll hinzugeben». «Ich will, dass sie mir alles glauben, bis das Buch fertig ist.»

Im Übrigen sei der Mensch in seiner Wahrnehmung nicht böse. Er sei nicht naiv, er wisse, welche Schrecken in der Welt geschähen. «Aber die Menschen, die ich kenne, versuchen alle nach ihren Kräften, ihr Leben in Würde und Anstand zu leben», sagte Capus im Interview mit der «WOZ».

Capus hat diesen Sommer seinen neuen Roman «Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer» veröffentlicht. Die Recherchearbeiten vor der Niederschrift eines Buches mag der fünffache Vater, der in Olten lebt, besonders: «Recherchereisen sind für mich eine Art Belohnung, ein Vergnügen.» (sda)