Maja Sommerhalder


Auch Politiker stehen manchmal im Stau - so trifft Christoph Blocher mit leichter Verspätung im Aarauer Multimediacenter ein. Redaktoren schauen auf; sie wollen einen Blick vom bekannten SVP-Politiker erhaschen. Dieser geht mit «Duell Aktuell»Moderator Werner De Schepper durch das Grossraumbüro. «Ich habe zwar schon Interviews mit Tele M1 geführt, aber so diese Büroräumlichkeiten habe ich noch nie gesehen», sagt Blocher. Das Grossraumbüro sei neu gebaut worden, erklärt De Schepper. Blocher nickt interessiert und verschwindet in der Maske. Nur wenige Sekunden dauert es, bis der ehemalige Bundesrat geschminkt ist und im «Duell Aktuell»-Studio steht. Politiker und Moderator werden verkabelt, die Kameraleute prüfen Lautstärke und Bildeinstellungen. Währenddessen plaudern De Schepper und Blocher wie alte Bekannte zusammen. «Ich habe 1992 das erste Mal über Blocher geschrieben», sagt der ehemalige «Blick»-Chefredaktor.

Aller guten Dinge sind drei

Die Musik geht an, es geht los. «Herr Blocher, eigentlich treten in ‹Duell Aktuell› zwei Widersacher gegeneinander an. Sie aber wollten nur mit mir diskutieren», so De Schepper. Ohne zu zögern, antwortet Blocher: «Ich will nicht gegen zwei Menschen antreten, die gleich gerichtet sind. Sie allein reichen mir.» De Schepper nickt und befragt Blocher zur Minarett-Abstimmung und zum Burka-Verbot - hart, aber fair ist die Diskussion, die langsam in Gang kommt. Doch dann heisst es aus der Regie: «Stopp, der Ton ist ausgefallen.» De Schepper atmet tief durch - das Spiel beginnt von vorne. De Schepper fragt Blocher, was er von Toni Brunners Vorschlag halte, sämtliche Beschränkungen im Initiativrecht aufzuheben. Hier scheint es, als ob der Politiker um eine Antwort verlegen ist. Lange wird über die Türkei diskutiert, viel zu kurz über Bankerboni und Personenfreizügigkeit. So sind die beiden nach der 20-minütigen Sendung nicht ganz zufrieden. «Wir können es auch nochmals aufnehmen. Wenn wir etwas machen, dann richtig», sagt Blocher. Ein drittes Mal gehen Journalist und Politiker aufeinander los - diesmal kommt kein Thema zu kurz.