Videokommentar

Vor seiner Rede in Davos: «Trump will von der Elite bejubelt werden» – gleichzeitig bekämpft er sie

Der Videokommentar von Chefredaktor Patrik Müller

Der Videokommentar von Chefredaktor Patrik Müller

Heute um 11.30 Uhr tritt Donald Trump vor das WEF-Publikum. Seine Davos-Reise soll vom Impeachment zuhause ablenken – aber noch viel mehr als das. Ein Video-Kommentar aus dem Kongresszentrum.

Kommt er, kommt er nicht? Er kommt! Trotz Amtsenthebungsverfahren, das heute in die entscheidende Phase geht. Oder gerade WEGEN dieses Verfahrens. Donald Trump will Normalität simulieren: Der Präsident erledigt seinen Job, trifft Wirtschaftsführer, als würde es kein Impeachment geben.

Er kommt aber auch nach Davos, weil er, der Outsider, der Anti-Politiker, die Anerkennung durch die Elite sucht. Er kämpft gegen das Establishment, gegen die Globalisten – braucht aber ihren Applaus. Ein seltsamer Widerspruch.

Worüber wird er heute reden? Ich habe mit US-Journalisten gesprochen, und die erwarten einen eher staatsmännischen Auftritt, keine allzu grossen Provokationen. Trump wird wohl wieder für den Wirtschaftsstandort USA werben, wie vor zwei Jahren. Er will Investitionen abholen, um dann zuhause verkünden zu können, er mache die beste Wirtschaftspolitik.

Und diesmal wird Trump wohl auch auf aussenpolitische Fragen eingehen müssen. Nach der Tötung von Irans General Soleimani kann er – anders als 2018 – die Nahostpolitik am WEF kaum auslassen. Man erwartet hier eine Ansage oder zumindest eine Andeutung, was denn seine Nahost-Strategie nun ist, die bisher nicht erkennbar ist.

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