Lenzburg
Vor dem Endspurt für Gleis Nord

Mit Gleis Nord wurde bei der Suche nach dem Namen für das Hero-Areal nach der Meinung der Verantwortlichen das Ei des Kolumbus gefunden. Nun geht es planerisch in den Endspurt. Nach den Sommerferien wird der Gestaltungsplan für das Hero-Areal in Lenzburg aufgelegt. Die endgültige Genehmigung ist auf März 2010 vorgesehen.

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Gleis Nord Lenzburg

Gleis Nord Lenzburg

Aargauer Zeitung

Peter Schmid

Die Bezeichnung Gleis Nord decke alle Vorgaben für die Namenssuche «treffend» ab, halten die Besitzerin, die Elektra Birseck Münchenstein (EBM), und der Generalunternehmer, die Losinger Consulting AG, fest. Gleis deute auf die Lage des Areals hinter dem Bahnhof hin. Zudem wecke Gleis Assoziationen zu Mobilität, Urbanität und guten Verkehrsverbindungen.

Name mit Emotionen Kommentar von Fritz Thut Roger Federers Baby darf nicht Roland (Garros) heissen. Der neue Lenzburger Stadtteil auf dem Areal jener Lebensmittelfirma, die Lenzburg in der ganzen Welt bekannt gemacht hat, darf nicht Hero heissen.  Namen sind nicht Schall und Rauch, wie es oft heisst, sondern enorm wichtig. Speziell für neue Quartiere. Und erst recht, wenn der Name zur Marke, zum Verkaufsargument werden soll. Da darf man die Namensgebung nicht Teilnehmern einer städtischen Ausschreibung und schon gar nicht den Lesern einer Tageszeitung überlassen. Der im AZ-Wettbewerb siegreiche Vorschlag «Hero-Ville» kam als definitive Lösung nicht infrage, weil nach Ansicht der neuen Areal-Besitzer eine Kombination mit «Hero» zur Konfusion führen könnte, weil die Konfifabrik doch künftig am Stadtrand zu finden ist. Man glaubts kaum: Mittlerweile gibts spezielle Immobilienmarketingfirmen, die mit dem Slogan «Wir geben Immobilien einen Namen» werben können. Solche Büros können sich natürlich tausend Gründe ausdenken, wieso «Hero City», wie das Areal von der Stadt Lenzburg bei Bekanntgabe der Handänderung an einer öffentlichen Orientierung am 10. Januar 2008 genannt wurde, nicht «Hero City» heissen kann. Nun also «Gleis Nord - Lenzburg urban». «Gleis» stehe für Mobilität, «urban» für die «gewünschte Zielgruppe». Ein neuer Stadtteil solls werden. Ist Alt-Lenzburg derart bünzlig, dass man den städtischen Charakter des neuen Viertels mit dem Zunamen herausstreichen muss? Rationale Argumente für «Gleis Nord» finden sich genug. Doch die emotional geprägte Basis kreiert schnell eigene Namen: Im Volksmund wird das Areal wohl immer «Hero City» heissen. fritz.thut@azag.ch

Name mit Emotionen Kommentar von Fritz Thut Roger Federers Baby darf nicht Roland (Garros) heissen. Der neue Lenzburger Stadtteil auf dem Areal jener Lebensmittelfirma, die Lenzburg in der ganzen Welt bekannt gemacht hat, darf nicht Hero heissen. Namen sind nicht Schall und Rauch, wie es oft heisst, sondern enorm wichtig. Speziell für neue Quartiere. Und erst recht, wenn der Name zur Marke, zum Verkaufsargument werden soll. Da darf man die Namensgebung nicht Teilnehmern einer städtischen Ausschreibung und schon gar nicht den Lesern einer Tageszeitung überlassen. Der im AZ-Wettbewerb siegreiche Vorschlag «Hero-Ville» kam als definitive Lösung nicht infrage, weil nach Ansicht der neuen Areal-Besitzer eine Kombination mit «Hero» zur Konfusion führen könnte, weil die Konfifabrik doch künftig am Stadtrand zu finden ist. Man glaubts kaum: Mittlerweile gibts spezielle Immobilienmarketingfirmen, die mit dem Slogan «Wir geben Immobilien einen Namen» werben können. Solche Büros können sich natürlich tausend Gründe ausdenken, wieso «Hero City», wie das Areal von der Stadt Lenzburg bei Bekanntgabe der Handänderung an einer öffentlichen Orientierung am 10. Januar 2008 genannt wurde, nicht «Hero City» heissen kann. Nun also «Gleis Nord - Lenzburg urban». «Gleis» stehe für Mobilität, «urban» für die «gewünschte Zielgruppe». Ein neuer Stadtteil solls werden. Ist Alt-Lenzburg derart bünzlig, dass man den städtischen Charakter des neuen Viertels mit dem Zunamen herausstreichen muss? Rationale Argumente für «Gleis Nord» finden sich genug. Doch die emotional geprägte Basis kreiert schnell eigene Namen: Im Volksmund wird das Areal wohl immer «Hero City» heissen. fritz.thut@azag.ch

Aargauer Zeitung

Nord weist auf die Lage nördlich des Bahnhofs und der Kernstadt hin. Zudem, so stellte Bernhard Ruhstaller vom Immobilienmarketing-Büro Acasa an einer Infoveranstaltung am Donnerstagabend fest, hätten sich Begriffe wie etwa Zürich West schnell eingebürgert. Das Anhängsel «Lenzburg urban» unter dem Begriff Nord deute auf die städtische Ausrichtung hin und spreche das urbane Zielpublikum an. Zudem, so meinte Ruhstaller, umschreibe es elegant, dass der neue Stadtteil das alte Lenzburg nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen wolle. Auf den naheliegenden Link zur Hero habe man verzichtet, denn die Hero zügle vom westlichen an den östlichen Stadtrand, sodass etwa Hero City Ortsunkundige verwirren könnte.

Eine Dachmarke

Für die Bezeichnung Gleis Nord spreche laut den Verantwortlichen auch, dass diese als eine übergeordnete Dachmarke diene, unter der sich die Investoren der einzelnen Bauprojekte einordnen, sich aber eine eigene Identität schaffen könnten. Sie erhalten so die Möglichkeit, unter dem Oberbegriff Gleis Nord eigene Submarken zu schaffen. Und für Ruhstaller war es letztlich wichtig, dass nicht Anglizismen oder die so genannten «Parks», bei denen weit und breit kein Park zu sehen ist, den Namen prägen sollten.

«Verbotene Stadt» öffnen

Mit dem Entwicklungsprojekt wird Lenzburg zu einem offenen Quartier kommen. Logischerweise ist das heutigen Firmenareal für die Öffentlichkeit eine «verbotene» Zone. Mit einem 10 000 Quadratmeter grossen Grüngürtel entlang dem Aabach, der in das verkehrsfreie Quartier hineingreift, den Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomiebetrieben werde eine lebendige Begegnungszone entstehen, blickte Giancarlo Perotto von der Losinger AG in die Zukunft. «Ziel ist es, das gesamte bestehende Industrieareal dem Menschen und der Natur zurückzugeben», stellte er fest.

Noch keine Investoren

Nach wie vor sieht das Konzept vor, dass 60 Prozent des Bauvolumens fürs Wohnen, 30 Prozent für Arbeitsplätze und 10 Prozent für Kultur und Gastronomie, inklusive eines Hotels mit 80 Zimmern, bestimmt sein sollen. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von den Investoren ab, die noch nicht gefunden sind. «Wir haben auch noch nicht gesucht», ergänzt Perotto.

Bis mindestens 2018 sollen in Etappen die Baumaschinen auffahren. Ob in acht Jahren das neue Gleis Nord fertig sein wird, steht in den Sternen, denn je nach Wirtschaftslage und Interesse von Investoren könnte sich die Bauzeit verlängern. Zwischennutzungen sind deshalb erwünscht.

Kaum Mitwirkung gesucht

Infos zu Gleis Nord

Im Wohlfahrtshaus der Hero wurde ein Showroom gestaltet, in dem sich die Bevölkerung über das Entwicklungsprojekt eingehend informieren kann. Geöffnet wird er im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Müller-Hauses am kommenden Samstag von 9.15 bis 18 Uhr. Danach ist er ab Mitte Juni während drei, vier Monaten jeweils am Mittwochnachmittag offen. Während der Bauzeit, die bis mindestens 2018 dauert, sind Zwischennutzungen erwünscht. Infos dazu auf www.zwischenstadt.ch. (sch)

Im Verlaufe des am 15. Mai abgeschlossenen Mitwirkungsverfahrens ging nur wenig Post ein. Trotzdem werden die aufgeworfenen Fragen ernst genommen. So wurde bereits ein Mobilitätskonzept in Auftrag gegeben, um Parkierung und Verkehr ganzheitlich zu betrachten. Das neue Quartier ist verkehrsfrei, doch geht es um die Zufahrten und die drei Parkhäuser mit total 750 unterirdischen Parkplätzen, zu denen 100 oberirdische für Besucher kommen. Demnächst wird der ebenfalls geforderte Altlastenbericht vorliegen. Weitere Themen sind die Energie, der Ortsbildschutz, die Nutzung entlang der Sägestrasse, die Gebäudehöhen und die Qualitätssicherheit.

Der Endspurt beginnt

Nach den Sommerferien beginnt mit der Auflage des Gestaltungsplans nach der bis jetzt anderthalbjährigen Planungszeit der Endspurt, der bis März 2010 dauern soll. Danach könnten die ersten konkreten Baugesuche erwartet werden.

Was er jetzt für Gefühle hege, wollte die AZ von Stadtammann Hans Huber wissen: «Nur gute. Die Professionalität der bisherigen Arbeit hat mich beeindruckt und überzeugt.»

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