Dierikon

Unwetter-Drama: Nachbar erhebt schwere Vorwürfe gegen Feuerwehr

Unwetter-Drama: Schwere Vorwürfe gegen Feuerwehr

Unwetter-Drama: Schwere Vorwürfe gegen Feuerwehr

Ein Nachbar der Ertrunkenen von Dierikon wirft den Rettungsleuten vor, nicht genug getan zu haben. Diese wehren sich. Sie hätten alles Mögliche versucht.

Ein Nachbar der Ertrunkenen von Dierikon LU wirft den Rettungsleuten vor, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben und fragt, weshalb keine Rettung von oben versucht wurde.

Beat Linsenmaier wohnt gegenüber vom Haus, in dem am Sonntagabend bei einem heftigen Unwetter eine 32-jährige Frau und ihre 5-jährige Tochter ertrunken sind. Er zweifelt daran, dass die Rettungskräfte alles Nötige unternommen haben, um die beiden aus dem Kellergeschoss zu retten.

Seiner Meinung nach hätte die Feuerwehr eine Rettung von oben zumindest versuchen müssen. Konkret: Den Boden im Erdgeschoss aufbrechen und so die Eingeschlossenen bergen. «Das ist übrigens der einzige Kellerraum ohne Ventilation und ohne Fenster», hält der Nachbar gegenüber TeleZüri fest. «Es ist der einzige Raum, in dem man Überlebenschancen gehabt hätte.»

Um mit Gewissheit sagen zu können, dass es für die beiden keine Chance gab, so Linsenmaier, müsste man ihren genauen Todeszeitpunkt kennen.

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Position unbekannt

Der Kommandant der Feuerwehr Ebikon-Dierikon verteidigt das Vorgehen der Rettungskräfte. Die Wassermassen waren zunächst einfach zu gross, ein Einsatz beim Haus zu riskant. «Unsere Einsatzkräfte wären im Gebiet um das Haus akut gefährdet gewesen», erklärt Martin Marfurt. Es war gar nicht möglich gewesen, an das Gebäude heranzukommen.

Den Boden der Parterrewohnung zu durchschlagen, habe man durchaus in Betracht gezogen. Jedoch war den Feuerwehrleuten die Position der vermissten Personen nicht bekannt. «Das waren alles Vermutungen. Es gab auch keine Bestätigung, dass die zwei Personen dort unten gesichtet oder gehört worden sind», so der Kommandant.

Verfahren eingestellt

Ein Versuch wäre es dennoch Wert gewesen, findet Nachbar Beat Linsenmaier. Er will nicht als Besserweisser auftreten. «Ich sage nicht: Das wäre die Rettung gewesen.» Er will nun das Gespräch mit den Fachleuten der Feuerwehr suchen.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern hat die Ermittlungen in diesem Fall bereits eingestellt. Sie geht demnach davon aus, dass die Retter ihr Möglichstes getan haben. (cze)

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