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Umrüstung auf das Zugsicherungssystem ETCS ist auf Kurs

Die flächendeckende Umrüstung der Eisenbahnstrecken auf das Zugsteuerungssystem ETCS verläuft nach Plan. Ab 2018 wird ETCS Level 1 auf allen normalspurigen Strecken betrieben. Die Ausnahme ist die Nord-Süd-Achse. Dort startet es bereits ab Ende 2015.

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Jetzt schon mit ETCS ausgerüstet

Jetzt schon mit ETCS ausgerüstet

Keystone

Nun startet das BAV die nächste Etappe: den flächendeckenden schrittweisen Ausbau von ETCS Level 2 ab dem Jahr 2025. Mit der Neubaustrecke Mattstetten - Rothrist, der Ausbaustrecke Solothurn - Wanzwil und dem Lötschberg-Basistunnel sind laut BAV bereits heute drei Abschnitte mit ETCS Level 2 in Betrieb.

Noch Erfahrungen sammeln

Auf der Rhonetalstrecke (erster Abschnitt Pully - Montreux) wird im Rahmen der bevorstehenden Stellwerksablösungen ETCS Level 2 bereits ab 2015 etappiert eingeführt. Dort sollen weitere Erfahrungen mit dem System gesammelt werden, wie das BAV schreibt. Auch der Südanschluss des Gotthard-Basistunnels zwischen Pollegio Nord und Castione Nord wird, analog dem Nordanschluss, vorzeitig mit ETCS Level 2 ausgerüstet.

Verzicht auf klassische Signalisierung

Im Unterschied zu Level 1 kann mit Level 2 auf die klassische Signalisierung (Vor- und Hauptsignale) an der Strecke verzichtet werden. Die nötigen Informationen - zum Beispiel über die zulässige Geschwindigkeit auf dem betreffenden Streckenabschnitt - erhalten die Lokführer direkt auf einen Bildschirm im Führerstand übermittelt.

ETCS Level 2 ist die Voraussetzung für Geschwindigkeiten über 160 km/h und/oder kürzere Zugabstände. Auch unterhalb 160 km/h ist der Bahnbetrieb laut BAV mit ETCS stabiler und wirtschaftlicher, da weniger optische Signale, Kabel und andere Komponenten im Gleisbereich unterhalten werden müssen.

Die Einführung des neuen Zugsicherungssystems ETCS war anfänglich von Problemen überschattet gewesen. Inzwischen scheint sich das System zu bewähren. (sda/san)

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