Abfallbekämpfung
Trotz Rabatt für selbst mitgebrachte Kaffeebecher: Der Erfolg bleibt bislang aus

Espresso, Kaffee, Latte Macchiato, Tee: Je mehr Getränke zum Mitnehmen konsumiert werden, desto mehr Plastikbecher landen im Abfall. Einige Firmen bieten deshalb Rabatte für Kunden, die ihr eigenes Gefäss mitbringen. Der Erfolg ist bislang bescheiden.

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Die wenigsten Kunden bestellen ihren Kaffee oder Tee im selbst mitgebrachten Getränkebehälter. (Symbolbild)

Die wenigsten Kunden bestellen ihren Kaffee oder Tee im selbst mitgebrachten Getränkebehälter. (Symbolbild)

Keystone

"Es ist eine Win-Win-Situation", sagt Laurianne Altwegg von der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC. Unternehmen könnten ihr Image verbessern und Kosten sparen. Die Kunden dagegen würden von einem Preisnachlass profitieren und zugleich die Umwelt schonen.

Voraussetzung sei, dass die beteiligten Unternehmen die eingesparten Gelder auch vollumfänglich an die Kunden weitergeben, sagt Altwegg.

Bis zu 80 Rappen

Die konkreten Nachlässe variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Starbucks und Migros Zürich gewähren einen Rabatt von 80 beziehungsweise 50 Rappen pro Getränk. Die Teefirma Tekoe bietet eine Reduktion von zehn Prozent an. Beim Detailhändler Coop gilt ein Fixpreis von Fr. 2.75 für Heissgetränke, die in eigene Behälter abgefüllt werden.

Während Starbucks den Rabatt schon seit zehn Jahren in seinem mittlerweile 61 Schweizer Filialen kennt, hat Tekoe eine entsprechende Regelung vor fünf Jahren eingeführt. Migros Zürich zog 2013 in 44 Verkaufspunkten nach - in einigen Filialen gilt das Angebot auch bei Migros Daily in Bern. Coop zog 2016 nach und führte einen Rabatt in 180 Restaurants, Bistros sowie in Coop Take it und Firmenkantinen ein.

Nischenphänomen

Alle Betriebe geben "Nachhaltigkeit" als Hauptgrund für das Angebot an. Laut Laurianne Altwegg von der Konsumentenorganisation FRC wirft jede Bewohnerin und jeder Bewohner in der Schweiz im Jahr durchschnittlich 28 Kilogramm an Verpackungen in den Abfall. Ein Teil davon sind Trinkbecher.

Es ist schwierig zu erfahren, wie viele der Kundinnen und Kunden tatsächlich ihr eigenes Trinkgefäss nutzen. Migros gibt auf Anfrage an, dass die Zahlen "relativ niedrig" seien.

Nur Tekoe kann genauere Angaben liefern: 2016 hätte ungefähr zehn Prozent der Kundinnen und Kunden ihren eigenen Becher mitgebracht. "Zu Beginn hat es gut funktioniert, danach sank die Zahl wieder", sagte die Mitgründerin des Unternehmens.

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