Zürich

Tod eines nigerianischen Ausschaffungshäftlings wird erneut untersucht

Gefängnis am Flughafen Zürich, mit der Abteilung Ausschaffungshaft

Gefängnis am Flughafen Zürich, mit der Abteilung Ausschaffungshaft

Die Zürcher Staatsanwaltschaft muss den Tod eines Häftlings, der kurz vor Ausschaffung an einem Herzstillstand verstarb, noch einmal aufrollen. Es sei gut möglich, dass beteiligte Personen ihre Sorgfaltspflicht verletzt hätten.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft muss den Tod des 29-jährigen nigerianischen Ausschaffungshäftlings noch einmal aufrollen. Dies hat das Zürcher Obergericht entschieden, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Der Fall sorgte schweizweit für Schlagzeilen: Der Nigerianer verstarb - während seines Hungerstreiks, gefesselt sowie ausgestattet mit Spucknetz und Helm - 2010 kurz vor seiner Ausschaffung nach Nigeria am Zürcher Flughafen an einem Herzstillstand.

Die Staatsanwaltschaft stellte die Untersuchungen zum Fall 2012 ein. Sie war zum Schluss gekommen, dass keine Pflichtverletzungen vonseiten der an der Ausschaffung Beteiligten vorlägen.

Dies sieht das Obergericht nun anders: Es sei zumindest möglich, dass gewisse an der Ausschaffung beteiligte Personen angesichts des schlechten Zustands des Verstorbenen ihre Sorgfaltspflichten verletzt und sich damit strafbar gemacht hätten, schreibt es.

Deshalb hätte das Strafverfahren nicht eingestellt werden dürfen. Die Oberstaatsanwaltschaft will nun laut Sprecherin Corinne Bouvard erneut ermitteln und das Urteil nicht ans Bundesgericht weiterziehen.

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