Schweiz

SwissCovid-App: Bevölkerung vertraut der App mehr als Online-Shops

Eine Frau nutzt die SwissCovid-App auf ihrem Handy. Laut dem Vergleichsdienst Comparis vertrauen die Menschen der App.

Eine Frau nutzt die SwissCovid-App auf ihrem Handy. Laut dem Vergleichsdienst Comparis vertrauen die Menschen der App.

Die SwissCovid-App kämpft mit sinkenden Nutzerzahlen und technischen Hürden. Dabei wäre das Vertrauen in die App da, wie eine Umfrage des Vergleichdienstes Comparis.

(dpo) Die bisherige Nutzung der SwissCovid-App entspricht nicht den Erwartungen. Doch das Vertrauen in die App steht im Vergleich nicht schlecht da. Laut einer repräsentativen Befragung des Vergleichsdiensts Comparis gibt die Schweizer Bevölkerung der App auf einer Skala von 1 bis 10 die Note 5,9. Der Wert liegt damit über demjenigen für Online-Shops (5) und geschäftlichen Netzwerk-Plattformen wie Linkedin und Xing (5,9), wie Comparis in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Das Vertrauen in die App liegt jedoch deutlich unter demjenigen für Banken (7) und Behörden (6,8).

Das Marktforschungsinstitut Innofact hat die Befragung im August 2020 unter 1023 Personen in der Schweiz durchgeführt. Die Umfrage zeigte auch: Demnach vertrauen Männer der App grundsätzlich mehr als Frauen. Französischsprachige zeigten sich skeptischer als deutschsprachige Schweizerinnen und Schweizer. Es zeigte sich auch ein Stadt-Land-Graben: Landbewohner sind der App gegenüber skeptischer eingestellt als Bewohner der Agglomerationen.

Fehlender Anreiz als Hauptproblem

Grundsätzlich sei das Vertrauen von Personen mit einer hohen Bildung grösser als das von Personen mit einem niedrigen oder mittleren Bildungsstand, heisst es in der Mitteilung weiter. Das gelte auch für Personen mit einem Haushaltseinkommen von über 8000 Franken monatlich gegenüber tieferen Einkommen.

Nach Ansicht eines Digital-Experten von Comparis ist das Hauptproblem bei der SwissCovid-App der fehlende Anreiz, sich zu einer möglichen Ansteckung zu bekennen und in Quarantäne zu gehen. Zudem würden Probleme bei der Ausgabe der Codes den Glauben bestärken, dass die App zu wenig nütze. Hier sei der Bund mit verstärkter Durchsetzungsarbeit gegenüber den Kantonen gefordert, so der Experte weiter.

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