Integration

Start erfolgt erst 2011

Stille Arbeit: Einzel- oder auch Gruppenarbeiten gehören gerade auch in integrativ geführten Klassen zum Schulalltag – wie hier im Schulhaus Brühl in Solothurn.

Integration in der Schule

Stille Arbeit: Einzel- oder auch Gruppenarbeiten gehören gerade auch in integrativ geführten Klassen zum Schulalltag – wie hier im Schulhaus Brühl in Solothurn.

Die kantonsweite Aufhebung der Einführungs- und Kleinklassen erfolgt nicht bereits ab August 2010, sondern erst ab Sommer 2011. Die Gründe dafür: Komplexe Vorabklärungen und Kapazitätsengpässe beim Kanton.

Elisabeth Seifert

Dem Solothurner Bildungsdepartement bläst derzeit ein kalter Wind ins Gesicht - nicht nur, aber besonders auch wegen Unklarheiten in Zusammenhang mit der Einführung der schulischen Integration, sprich: der Aufhebung der Einführungs- und Kleinklassen. Der Unmut innerhalb der Lehrerschaft hat zwei Vorstösse im Kantonsrat ausgelöst.

Jetzt liegt die Antwort der Regierung zur Interpellation der Fraktion CVP/EVP/glp vor, die Fragen zu Vorgehen, Fahrplan und Kommunikationsmassnahmen stellt. Und: Die Regierung hat beschlossen, die Teilrevision des Volksschulgesetzes im Bereich Spezielle Förderung und Sonderpädagogik erst per 1. August 2011 in Kraft zu setzen, und nicht - wie geplant, bereits per 1. August 2010.

Verordnung soll bis Ende 2009 vorliegen

Die Erklärung für diese Verzögerung liefert die Stellungnahme zur Interpellation: Aufgrund von «Kapazitätsengpässen» und «zusätzlichen Vorabklärungen» werde eine entsprechende Ausführungsverordnung erst Ende 2009 vorliegen - ein Jahr später als vorgesehen.

Mehr Zeit als geplant erfordere insbesondere die Schaffung eines Pensenpools, der sich aus Förderangeboten unterschiedliches Art zusammensetzt. Damit aber bleiben die Solothurner Bildungsstrategen - zumindest vorerst noch - Antworten auf Fragen der Fraktion CVP/EVP/glp nach den konkreten Rahmenbedingungen für die integrative Schulung weitgehend schuldig.

Durch die schrittweise Einführung des integrativen Unterrichts könne der Bedarf an qualifizierten Lehrpersonen «voraussichtlich» abgedeckt werden, heisst es vorsichtig auf Fragen, welche die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte betrifft. In den Kleinklassen würden heute viele ausgebildete Heilpädagogen arbeiten, die ohne zusätzliche Ausbildung auch für die integrative Förderung eingesetzt werden können.

Bereits jetzt bestehen zudem spezifische Weiterbildungskurse für bestimmte Lehrpersonen wie Kleinklassenlehrkräfte, schulische Heilpädagoginnen und Logopädinnen. Weiter seien zurzeit die Grundlagen für zusätzliche Kurse ab Ende 2009 bis 2011 in Planung. «Dadurch können in den nächsten drei Jahren im Kanton 240 Personen spezifisch für die Umsetzung der Integration vorbereitet werden.»

Und: «Für die Regelklassenpersonen hat die Fachhochschule Nordwestschweiz den Auftrag erhalten, auf das Schuljahr 2010/2011 entsprechende Weiterbildungen zu erarbeiten.

Kein Thema ist für die Regierung - zumindest kurz- bis mittelfristig - die Einführung eines Sozialdindex, gemäss dem die Anzahl von Förderlektionen pro Klasse nach dem sozialen und ökonomischen Umfeld berechnet wird. Grund dafür sei die Unvereinbarkeit mit dem heute bestehenden innerkantonalen Finanzausgleich.

Und schliesslich: Um die Kommunikation im Bereich integrative Schulung - die «bisher aus Kapazitätsgründen nicht immer zusfriedenstellend umgesetzt werden konnte» - zu verbessern, plant das Departement eine Projektorganisation. Für April 2010 ist die Kommunikation finanzieller Auswirkungen für das Schuljahr 2011/2012 geplant.

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