Sind tatsächlich Neid und Missgunst im Spiel?

Die Rümiker Wahlschlacht geht in die nächste Runde. In einer Stellungnahme äussert sich Vizeammann Kurt Fischer zu den Vorwürfen seines Gegenkandidaten Franz Schumacher, ein selbstherrliches, ja fast diktatorisches Gehabe an den Tag zu legen.

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Aargauer Zeitung

Angelo Zambelli

«Als Gemeinderatsmitglied mit mehreren Amtsperioden wage ich zu behaupten, den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie zu kennen», schreibt Kurt Fischer in seiner Stellungnahme. «Als Vizeammann habe auch ich nur eine Stimme bei Gemeinderatsentscheidungen. Somit entscheidet immer die Mehrheit.» Als Vorsteher mehrerer Ressorts, die er in der Öffentlichkeit vertrete, sei es seine Pflicht, die Bevölkerung darüber zu informieren und das Interesse aller zu wahren. Es liege ihm fern, eigenmächtig zu handeln, schreibt Fischer. «Ich kann sehr gut verstehen, dass Aussenstehende wie Franz Schumacher, die keine praktische Erfahrung in der Politik haben, gewisse Entscheidungen nicht immer nachvollziehen können. Daher kann ich nicht begreifen, dass ich in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt werde.» Er sei sich nicht bewusst, mit Franz Schumacher jemals private oder politische Differenzen gehabt zu haben. Und: «Ist da vielleicht Neid oder Missgunst im Spiel?»

Abschliessend verweist Fischer, der anstelle des im März verstorbenen Ammanns Gottlieb Fischer interimistisch der kleinen Rheintaler Gemeinde Rümikon vorsteht, auf die während seiner Amtszeit abgeschlossenen oder in Bearbeitung befindlichen Projekte und begegnet damit dem Vorwurf Schumachers, in seinem Amt passiv zu sein. «Mehrere grössere Projekte wurden während meiner Amtszeit in den letzten Jahren bearbeitet. Bereits abgeschlossen sind die neue Quellfassung, die Sanierung der Wasserversorgung, mehrere Strassensanierungen und die Neugestaltung des Sportplatzes. Kurz vor der Ausführung stehen der Kantonsstrassenausbau, die Passerelle, Bachöffnungen, die Erschliessung der Bubenwiese, der Radweg, der neue Kinderspielplatz sowie der Hochwasserschutz.»

In seiner Stellungnahme geht Kurt Fischer mit keinem Wort auf den Vorwurf von Ernst Bloch ein, zusammen mit einem anderen Ratsmitglied den verstorbenen Gemeindeammann Gottlieb Fischer aufgefordert zu haben, auf eine Wiederwahl zu verzichten. Dieses Vorgehen sei, so schreibt Ernst Bloch in einem Leserbrief in der «Botschaft», nicht nur undemokratisch, sondern schlicht verboten.

IG: «Suchen den Konsens»

Auf der anderen Seite des Rümiker Wahlkampf-Schlachtfeldes steht nicht nur Franz Schumacher, Gemeinderats- und Vizeammann-Kandidat und Gegenspieler von Kurt Fischer, sondern auch die Anfang Jahr gegründete Interessengemeinschaft Rümikon. Hans Reh, Präsident der IG Rümikon, versichert gegenüber der AZ, dass die Interessengemeinschaft grundsätzlich den Konsens suche und nicht die Konfrontation. An die von der IG organisierten Anlässe wie Rhyuferputzete, Sommerfest und 1.-August-Feier werde immer auch der Gemeinderat eingeladen, um Gelegenheit zu schaffen, sich auszutauschen. Den in einem Leserbrief von Monika Fischer, der Schwester von Vizeammann Kurt Fischer, geäusserten Vorwurf, die Interessengemeinschaft Rümikon polarisiere, weist Reh entschieden zurück.

Reh ist erfreut, dass sich insgesamt 7 Kandidaten (4 Bisherige, 3 Neue) der Wahl stellen. Damit verdiene der Urnengang vom nächsten Wochenende die Bezeichnung «Wahl». «Das hat es in unserer kleinen Gemeinde schon lange nicht mehr gegeben und verunsichert eventuell Leute, die das Gefühl hatten, es gehe immer gleich weiter.» Hans Reh: «Sind eventuell Reaktionen wie die besagten Flugblätter ‹besorgter› Bürger ein Indiz dafür, dass ebensolche mit einer derartigen Situation in gewisser Weise nicht umgehen können?»

Willy Marques ist Bisheriger

In der Auflistung der Gemeinderatskandidaten für die Wahl vom nächsten Wochenende hat sich in der AZ vom Samstag ein Fehler eingeschlichen. Willy Marques kandidiert als Bisheriger und nicht wie irrtümlich gemeldet als Neuer.