Davos sei für Touristen und WEF-Gäste zugänglich und ein sehr sicherer Platz, sagte der Bündner Polizeikommandant Walter Schlegel am Montag vor den Medien. Polizeikräfte aus allen 26 Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein sowie knapp 4400 Armeeangehörige gewährleisten die Sicherheit der WEF-Teilnehmer in und um Davos.

Nicht bekannt gegeben wurde die Anzahl der für das WEF abgestellten Polizisten. Auf 9,5 Millionen Franken bezeichnete Schlegel die Kosten für die Sicherheit.

Erhöhte Bedrohungslage

Ob der amerikanische Präsident nach dem "Governmental Shutdown" am Freitag tatsächlich in die Schweiz kommt, konnte auch WEF-Sicherheitschef Schlegel nicht sagen. Bill Clinton war der letzte US-Präsident am Weltwirtschaftsforum im Jahre 2000. Die Herausforderungen seien seither grösser geworden, sagte Schlegel.

Bringt Donald Trump Unruhe ans WEF?

Bringt Donald Trump Unruhe ans WEF? (10. Januar 2018)

Der amerikanische Präsident Donald Trump wird das WEF in Davos besuchen. Für die Kantonspolizei Graubünden sind solche hohen Staatsbesuche eine Herausforderung. Walter Schlegel von der Kantonspolizei Graubünden bereitet sich auf allfällige Demonstrationen vor.

Seit 2015 operieren die Sicherheitsbehörden zusätzlich vor dem Hintergrund einer erhöhten Bedrohungslage. Das heisst, dass sie auch für allfällige spontane Angriffe von Einzeltätern gewappnet sind.

Für den Besuch von US-Präsident Trump arbeiteten die Sicherheitskräfte mit jenen des Bundes mit dem amerikanischen "Secrect service" zusammen. Diese Zusammenarbeit laufe seit zwei Wochen und klappe hervorragend, sagte Schlegel.

Ohne Armee kein WEF

Wichtiges Glied in der Sicherheitskette bildet die Schweizer Armee, am Boden und in der Luft. "Ohne Armee könnte die Sicherheit am WEF nicht gewährleistet werden", betonte Sicherheitschef Schlegel.

Diese Staatsoberhäupter kommen ans WEF:

Der militärische Einsatzleiter, Korpskommandant Aldo Schellenberg, sagte, in Davos werde ein "subsidiärer Sicherheitseinsatz im Assistenzdienst" geleistet. Maximal bis 5000 Einsatzkräfte können während des WEF einberufen werden. Die Armee fliegt zudem die etwa 100 völkerrechtlich geschützten Personen von Zürich-Kloten nach Davos.

Die Luftraumsperre über Davos umfasst einen Kreis mit 50 Kilometer Durchmesser und erstreckt sich bis auf sechs Kilometer über Boden. In dieser darin befinden sich auch Teile von Österreich und Italien. Eingesetzt werden kleinere Maschinen (PC7), Armeehelikopter (Super Puma) und Kampfjets des Typs FA18.

Auf Eindringlinge kann geschossen werden

Unbefugte Eindringlinge können im äussersten Fall abgeschossen werden. Der Schussbefehl liegt beim Bundesrat. Für das WEF benutzt die Armee den Flugplatz Meiringen im Berner Oberland.

In Davos wurde der Flugplatz in der Nähe des Sees im Vergleich zum letzten Jahr auf die doppelte Fläche vergrössert. Das sei die wesentliche Änderung im Sicherheitsdispositiv, bemerkte Schlegel. 93 Prozent der Armeeangehörigen sind Milizsoldaten.

Streng kontrolliert werden die Zufahrtsachsen nach Davos auf den Strassen, durch das Prättigau einerseits und das Landwassertal andererseits. Kontrolliert wird zudem in den Zügen. "Sie merken nicht, dass Sie kontrolliert werden, aber sie werden kontrolliert", sagte Sicherheitschef Schlegel.