Syrien
Schweizer Dschihadist kritisiert den IS – und wird danach exekutiert

Vor rund vier Jahren zog Majd N. in den Dschihad – von Somalia über Kenia, Jordanien bis Syrien. Nun wurde der ehemaligen Gymnasiast aus Biel vom Islamischen Staat hingerichtet, da er sich negativ über die Terrororganisation geäussert haben soll.

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2012 sass Majd. N. wegen seiner Nähe zu den Islamisten in Kenya vor Gericht.

2012 sass Majd. N. wegen seiner Nähe zu den Islamisten in Kenya vor Gericht.

Keystone

Vier Jahre war der 24-jährige Bieler Majd N. im Namen des Jihads unterwegs. Seine Odyssee über Somalia, Kenia und Jordanien hat im Bürgerkriegsland Syrien ein jähes Ende gefunden, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Nach einer offen ausgesprochenen Kritik an der Terrormiliz hätten Majd N. und seine offenbar syrische Ehefrau abseits der anderen IS-Mitglieder hausen müssen. Der 24-Jàhrige hatte kritisiert, dass die IS-Kämpfer schlecht organisiert seien, die Kriegsbeute ungerecht verteilt und Muslime bestohlen würden.

Das Zelt des Ehepaars wurde dann eines Tages gestürmt. Majd N.s wurde dreimal in die Füsse geschossen. Die IS-Kämpfer beschimpften ihn als «Murtad» – einen, der vom Glauben abgefallenen ist.

Unklar ist, was mit der Ehefrau geschah. Majd selber hat laut «Sonntagszeitung» verwundet drei Tage überlebt. Er habe noch ein letztes Mal mit seiner Mutter telefonieren können, ehe er am dritten Tag starb. Je nach Quelle erlag er entweder den Verletzungen erlegen oder ist von einem IS-Kämpfer mit einem Schuss in die Brust getötet worden.

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