Religion

Schweizer Bischöfe sprechen heikle Themen wie begleiteter Suizid an

Der assistierte Suizid dürfe keine normale und sozial anerkannte Dienstleistung werden, sagen die Schweizer Bischöfe. Dennoch gelte es, die leidenden Menschen mit "Liebe und Barmherzigkeit" zu begleiten. (Symbolbild)

Der assistierte Suizid dürfe keine normale und sozial anerkannte Dienstleistung werden, sagen die Schweizer Bischöfe. Dennoch gelte es, die leidenden Menschen mit "Liebe und Barmherzigkeit" zu begleiten. (Symbolbild)

Die Katholische Kirche will neue Wege gehen und sucht Antworten auf heikle Fragen wie begleiteter Suizid und sexuelle Ausbeutung im kirchlichen Umfeld. Darüber diskutierten die Schweizer Bischöfe an ihrer Vollversammlung in Lugano.

Die 326. ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) fand vom 2. bis 4. Dezember in Lugano statt. Man habe intensiv über den Prozess "Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche gesprochen", schreibt die SBK in einer Mitteilung vom Donnerstag. Wie dieser aussieht, lässt das Schreiben offen - klar ist, dass "der Prozess auf lokaler, diözesaner und sprachregionaler Ebene" beginnt.

Nebst der Zukunft wurden im Tessin auch schwierige Themen der Gegenwart sowie der Vergangenheit der katholischen Kirche in der Schweiz aufgegriffen.

Heikle Themen angehen

So schreibt die SBK zur Seelsorge in der begleiteten Sterbehilfe: "Der assistierte Suizid darf keine normale und sozial anerkannte Dienstleistung werden." Dennoch gelte es, die leidenden Menschen mit "Liebe und Barmherzigkeit" zu begleiten.

Nicht wegschauen möchte die Kirche auch bei sexueller Ausbeutung in ihrem Umfeld. Seit 2002 habe die SBK in Zusammenarbeit dem Fachgremium "Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld" zahlreiche Massnahmen getroffen und Daten erhoben. Jetzt beabsichtigt die SBK, eine "unabhängige, wissenschaftliche Untersuchung zu sexualisierter Gewalt in seelsorglichen Abhängigkeitsverhältnissen seit 1950" in Auftrag zu geben. Eine solche Studie sei den Opfern geschuldet.

In der Mitteilung äussert sich die SBK auch zur am 9. Februar anstehenden Abstimmung über die erweiterte Anti-Rassismus-Strafrechtsnorm betreffend Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. "Die Lehre der Katholischen Kirche äussert sich ausnahmslos gegen Aufruf zu Hass und Diskriminierung von einzelnen Personen oder Personengruppen", heisst es dazu. Ob das bestehende Gesetz reiche oder einer Ergänzung bedürfe, überlasse man aber den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern.

Preisverleihung und eine Empfehlung

Erstmals wurde zudem im Rahmen einer ordentlichen Vollversammlung am 3. Dezember der Katholische Medienpreis verliehen. Der Preis ging an die Autorin Susann Bosshard-Kälin und den Fotografen Christoph Hammer für ihr Buch "Im Fahr", in dem Klostenfrauen aus ihrem Leben erzählen.

Auf das Klosterleben im weiteren Sinne bezieht sich auch eine Empfehlung der SBK im Communiqé. Seit einiger Zeit würden weltliche und ausländische Firmen versuchen, auf dem Schweizer Hostienmarkt mit tiefen Preisen Fuss zu fassen. Für ihren Lebensunterhalt seien die hiesigen Ordensgemeinschaften auf Produktion und Verkauf von Hostien angewiesen. Deshalb erneuert die SBK ihre Empfehlung, die Hostien bei in der Schweiz ansässigen Ordensgemeinschaften zu beschaffen.

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