Schweiz

Schweiz exportiert Kriegsmaterial für 690 Millionen Franken, auch nach Saudi Arabien

Die Schweizer Rüstungsindustrie konnte ihre Exporte in den ersten drei Quartalen steigern. (Symbolbild)

Die Schweizer Rüstungsindustrie konnte ihre Exporte in den ersten drei Quartalen steigern. (Symbolbild)

In den ersten neun Monaten verkaufte die Schweizer Rüstungsindustrie Kriegsmaterial für 690 Millionen Franken – auch nach Saudi Arabien. Die «Gruppe Schweiz ohne Armee» kritisiert diese Praxis scharf.

(wap) Im Vergleich zum letzten Jahr haben die Exporte der Schweizer Rüstungsindustrie in den ersten neun Monaten dieses Jahres zugelegt. Dies zeigen Zahlen, die das Staatssekretariat für Wirtschaft am Dienstag veröffentlicht hat. Mit rund 690 Millionen Franken liegen die Kriegsmaterialexporte in den ersten drei Quartalen rund 194 Millionen höher als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Dies entspricht einer Zunahme um rund 39 Prozent.

60 Prozent der Exporte gingen an europäische Länder. Grösster Abnehmer ausserhalb Europas war mit einem Auftragsvolumen von 111 Millionen Franken Indonesien. Im letzten Jahr war Bangladesch mit rund 55 Millionen der grösste ausländische Abnehmer gewesen.

Ebenfalls auf der Liste der Bestellerländer findet sich Saudi Arabien: Das Königreich hat für rund 3,8 Millionen in der Schweiz Kriegsmaterial gekauft. Die «Gruppe Schweiz ohne Armee» (GSoA) kritisiert dies in einer ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Medienmitteilung scharf, da Saudi Arabien in den Bürgerkrieg im Nachbarland Jemen verwickelt sei: «Es ist unhaltbar, dass sich die Schweiz mit diesen Exporten an einer der grössten humanitären Katastrophen auf der Welt beteiligt», schreibt die GsoA.

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