Arbeitslose
Schützt das Arbeitsamt faule Arbeitslose?

Werner Meier aus Zeiningen hat mit einem Arbeitslosen schlechte Erfahrungen gemacht. Er verlangt daher härtere Gesetze. Das zuständige Amt winkt ab. Gesetze seien schon sehr streng und würden auch angewendet. . Wer die Arbeitslosenkasse missbraucht, muss mit einschneidenden Massnahmen rechnen.

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Regionales Arbeitsvermittlungszentrum

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Toni Widmer

«Wann erwachen unsere Politiker und ändern die Gesetze, damit ein Missbrauch der Arbeitslosenkasse durch junge, faule Arbeitsscheue nicht mehr möglich ist?», fragte Werner Meier gestern in einem Leserbrief. Er ist nach einer negativen Erfahrung mit einem Arbeitslosen verärgert und hat sich im erwähnten Leserbrief Luft gemacht.

Erst die Ferien, dann die Arbeit

«Der Mann hat sich als Magaziner gemeldet und einen guten Eindruck gemacht», erzählt Meier, Geschäftsführer einer Firma für Tierbedarf in Zeiningen. S. habe nach einem ersten Gespräch mehrmals angerufen und sich erkundigt, ob er die Stelle bekomme. Diese Beharrlichkeit habe ihm imponiert. «Der Mann schien aufgrund seiner Erfahrungen auch vielseitig einsetzbar zu sein und hat seinerseits grosses Interesse an einer flexiblen Stelle gezeigt.»

Es kam zur Vertragsunterzeichnung und da liess S. die Katze aus dem Sack: Er könne die Stelle nicht sofort, sondern erst in drei Wochen antreten, weil er noch mit Kollegen in die Ferien verreisen wolle, teilte er seinem neuen Arbeitgeber mit. Dieser liess die Fünf gerade sein: «Auf das kam es mir nicht an, hoffte ich doch, ihn ihm einen guten Mitarbeiter gefunden zu haben.»

Mit Leistung nicht zufrieden

Statt erholt kam S. dann aber recht unmotiviert von den Ferien zurück. Er erklärte schon nach ein paar Wochen, dass ihn der Job nicht befriedige und man ihm künden solle, damit er keine Arbeitslosengelder verliere. «Das», sagt Werner Meier, «haben wir nicht gemacht, sondern zugesichert, dass er sofort freigestellt werde, wenn er eine andere Stelle gefunden habe.»

S. fand keine andere Stelle, sondern einen anderen Weg: «Er kam eines Tages nicht mehr zur Arbeit. Als Grund gab er an, von einem Arbeitskollegen bedroht worden zu sein», erzählt Meier. Gutes Zureden hätte nichts genützt und so seien

S. seien Abrechnung und Arbeitsbestätigung zugestellt worden. Dieser habe im Nachhinein dem Arbeitgeber unterstellt, er sei entlassen worden und habe sogar Entschädigungsforderungen gestellt. «Es kann doch nicht sein», entrüstet sich Meier, «dass ein Mann, der zu faul zum Arbeiten ist, dafür von der Arbeitslosenkasse auch noch belohnt wird.»

Abklärungen in jedem Fall

So ist es auch nicht. Sofern sich der Fall genau so zugetragen hat, wie von Werner Meier geschildert, drohen S. vonseiten der Arbeitslosenkasse einschneidende Konsequenzen: «Leute, die einen Arbeitsplatz nach wenigen Wochen wieder verlassen, müssen sehr gute Gründe haben, wenn sie ohne Einschränkungen wieder Taggelder beziehen wollen», erklärt Susanne Meier, Leiterin des RAV in Rheinfelden.

Die ALV-Leistungen würden in solchen Fällen während mehrerer Monate eingestellt, erklärt Meier und weist darauf hin, dass auch die Kontrolle gewährleistet sei: «ALV und RAV merken anhand der vom Arbeitgeber auszufüllenden Papiere rasch, wenn etwas nicht stimmt, und prüfen solche Fälle genau. Missbrauch wird konsequent bestraft», sagt die RAV-Leiterin. Im Übrigen könnten sich Arbeitgeber, die Ungereimtheiten feststellten, bei ALV oder RAV melden: «Wir gehen solchen Fällen immer nach», sagt Susanne Meier.

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