Schweiz

Schutz vor Terror: Bund unterstützt Erdogan-Moschee mit 40'000 Franken

Der türkische Präsident Erdogan bei der Eröffnung eines Diyanet-Zentrums in den USA. Auch die fragliche Moschee in Lausanne operiert unter dem Dach der staatlichen Religionsbehörde.

Der türkische Präsident Erdogan bei der Eröffnung eines Diyanet-Zentrums in den USA. Auch die fragliche Moschee in Lausanne operiert unter dem Dach der staatlichen Religionsbehörde.

Der Bund will Moscheen und Synagogen besser schützen. Er beteiligt sich dieses Jahr mit knapp einer halben Million Franken. Nun zeigt sich: Unter den Empfängern ist auch eine Moschee, die dem türkischen Staat unterstellt ist.

(rwa) Religiöse Organisationen wie Moscheen oder Synagogen sind Orte, die einen besonderen Schutz benötigen. Der Bund kann bauliche Massnahmen unterstützen, welche die Sicherheit der betroffenen Minderheiten erhöhen. Für dieses Jahr hat er elf Gesuche in der Höhe von rund 500'000 Franken bewilligt, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) im Juli bekanntgab.

Um welche Organisationen es sich handelt, sagte der Bund damals nicht. Die Tamedia-Zeitungen haben nun gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz die Liste vom Fedpol erhalten. Dabei zeigt sich: Unter den Empfängern findet sich auch das türkische Kultur- und Religionszentrum Eyup Sultan Mescidi in Lausanne. Es erhält 40'000 Franken.

Entsandte Erdogans

Pikant: Die Moschee operiert unter dem Dach der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die direkt Präsident Recep Tayyip Erdogan unterstellt ist. Die Imame werden aus der Türkei entsandt, entlöhnt von Diyanet. Die Moschee erhält damit Geld des Bundes und wird gleichzeitig von der türkischen Regierung unterstützt.

Auf Nachfrage von CH Media erklärte das Fedpol am Freitag, die Moschee erfülle die objektiven Kriterien für die finanzielle Unterstützung. Die Experten gingen von einem «besonderen Schutzbedürfnis» aus. Dem Fedpol ist die Finanzierung der Moschee bekannt. «Allfällige aussenpolitische Vorbehalte wurden abgeklärt, auch in dieser Hinsicht sprach nichts dagegen, das eingereichte Projekt zu unterstützen», heisst es weiter.

Bauliche und technische Schutzmassnahmen sollen das Zentrum gemäss Fedpol besser schützen. Heute seien insbesondere jüdische und muslimische Personen und Einrichtungen in der Schweiz einer erhöhten Bedrohung ausgesetzt.

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