Rundfunk-Gebühren

Rechnungschaos: Bakom hat Umstellung von Billag zu Serafe unterschätzt

Die Rechnungen der Serafe sorgten zu Beginn für viel Ärger.

Die Rechnungen der Serafe sorgten zu Beginn für viel Ärger.

Die neue Erhebungsstelle Serafe hat zu Beginn tausende fehlerhafte Rechnung verschickt. Nun übt die GPK des Ständerates Kritik am Bundesamt für Kommunikation (Bakom).

(mg/rwa) Es war ein Debakel zum Start. Als die Serafe von der Billag das Eintreiben der Empfangsgebühren übernahm, wurden gleich zu Beginn tausende fehlerhafte Rechnungen verschickt. Wie die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Ständerats in einem Bericht vom Donnerstag schreibt, hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) die Risiken eines solchen Wechsel unterschätzt. Das Bundesamt verweist darauf, dass die «Adressierungsprobleme auf fehlerhafte Haushaltdaten der Kantone und Gemeinden zurückzuführen waren», wie es in der Mitteilung heisst.

Bessere Noten erhält das Bakom von der GPK dagegen bei der Bewältigung des Fehlers. So habe das Bakom «schnell und angemessen auf die Adressierungsprobleme reagiert, indem die Serafe AG zur alleinigen Ansprechstelle für Anfragen der Bevölkerung erklärt wurde.» Wegen den fehlerhaften Rechnungen haben sich viele Personen direkt an die Einwohnerdienste gewandt.

Mehrkosten sollen ermittelt werden

Ebenso anerkennt die Kommission, «dass die dezentrale Struktur der Erhebung der Haushaltdaten und der Lieferung dieser Daten an die Serafe AG eine grosse Herausforderung darstellt.» Hier solle der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden prüfen, wie sich die Qualität der Haushaltdaten verbessern liesse.

Unklar sind noch die Kostenfolgen der Panne. Diese habe bei der Serafe und bei den Einwohnerdiensten zu einem «grossen Mehraufwand» geführt. Die GPK fordert den Bundesrat nun auf, die Zusatzkosten zu ermitteln und rasch zu klären, wer diese bezahlen solle. Sie hat dem Bundesrat eine Frist bis zum 25. Januar gesetzt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1