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Omikron, Schawinski und kein grüneres Parlament: Das schreibt die Sonntagspresse

Diese Themen sorgen am Sonntag, 27. November für Schlagzeilen.

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Presseschau der Sonntagstitel. (Symbolbild)

Presseschau der Sonntagstitel. (Symbolbild)

Keystone

Task-Force-Chefin Tanja Stadler fordert Masken in Innenräumen

Die neue Corona-Mutation mit der Bezeichnung Omikron wird früher oder später in der Schweiz ankommen, sagt Tanja Stadler, Chefin der wissenschaftlichen Task-Force, in der «NZZ am Sonntag». Doch verfüge die Schweiz über ein «Zeitfenster, das wir nützen müssen, um uns vorzubereiten». Wie gefährlich das Virus ist, ist noch nicht bekannt. «Was man weiss, ist, dass sich sowohl Genesene wie auch Geimpfte mit der neuen Variante angesteckt haben. Und dass Omikron sich in Gebieten durchgesetzt hat, wo Delta vorherrschend ist», sagt Stadler.

Diese Information sei auch für die Schweiz relevant, «denn auch hierzulande ist Delta die dominante Variante». Das bleibe wohl bis Weihnachten so. Es gelte nun, Delta in den Griff zu bekommen, «bevor uns allenfalls Omikron vor noch grössere Herausforderungen stellt». Das bedeute mehr impfen und boostern. «Aus meiner Sicht braucht es nun vor allem überall in Innenräumen Masken», sagt Stadler.

Umfrage: Zwei Drittel sprechen sich für die 2G-Regel aus

Eine Verschärfung des Regimes gegenüber Ungeimpften hätte möglicherweise eine deutliche Mehrheit. 62,8 Prozent, knapp zwei Drittel, wollen die 2G-Regel einführen – also «geimpft» oder «genesen» als Bedingung für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Link bei 1003 Personen im Auftrag von SonntagsBlick.

Eine Impfpflicht begrüssen 53 Prozent. Noch deutlicher ist der Rückhalt für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen: 69  Prozent wollen Pflegerinnen und Pfleger zur Immunisierung zwingen. Gemäss dem Epidemiengesetz, das die Stimmbürger 2013 angenommen haben, wäre ein solcher Schritt rechtlich heute schon möglich.

Chancenlos wäre ein Lockdown: Nur 18,5 Prozent können sich für einen weiteren Stillstand des Landes erwärmen. Ein Lockdown nur für Ungeimpfte, wie ihn Österreich kurzzeitig ausprobiert hat, findet ebenfalls keine Mehrheit; immerhin 47,1   Prozent der Befragten sprechen sich aber dafür aus.

Omikron-Mutante: SP will Patentschutz lockern

Seit Beginn der Pandemie drängt Südafrika darauf, die Patente auf den Impfstoffen vorübergehend auszusetzen, damit ärmere Länder selber Vakzine herstellen können, um ihre Bevölkerung zu impfen. Davon wollte eine Mehrheit der Staaten in der Welthandelsorganisation (WTO) aber nichts wissen. Auch die Schweiz bekämpfte das Anliegen.

Dabei wäre dies ein wichtiger Beitrag um weitere Mutationen des Virus zu verhindern, sagt SP-Co-Präsident Cédric Wermuth (35, AG) im SonntagsBlick. «Und was ist jetzt passiert? Eine neue gefährliche Variante ist entstanden.» Genau das also, wovor die Südafrikaner gewarnt hätten. «Aus Rücksicht auf die künftige Profite der Pharmabranche gefährden wir uns jetzt selber», so Wermuth. Die SP, kündigt er an, werde mittels Vorstössen in der Wintersession dafür kämpfen, dass sich die Schweiz dafür einsetzt, den Patentschutz während der Pandemie zu lockern.

Roger Schawinski kehrt zurück ins Fernsehen

Der Radio- und Fernsehpionier Roger Schawinski gibt sein Comeback am Bildschirm. Knapp zwei Jahre nach dem Rauswurf beim Schweizer Fernsehen SRF erhält er beim Swisscom-Sender Blue Zoom eine eigene Sendung, schreibt die «NZZ am Sonntag».

Schawinski setzt in seinem neuen halbstündigen Format auf seinen bisherigen konfrontativen Interviewstil: «Ich bin als Interviewer eben kein Eunuch», sagt Schawinski. Er nehme bewusst eine kritische Haltung zu seinen Gästen ein, damit die Zuschauer Stellung beziehen müssten. «Ich will hinter die Fassade der Leute schauen.» Und er werde Gäste einladen, «die gerade zu reden geben». Die erste von vorerst zehn Sendungen wird Ende Januar ausgestrahlt.

Das Parlament wurde nicht grüner

Das nationale Parlament ist mit den Wahlen vor zwei Jahren nicht ökologischer geworden, obwohl die Grünen und Grünliberalen als Sieger hervorgingen. «Trotz den Gewinnen der Grünen und Grünliberalen haben es Umweltanliegen im Parlament nicht leichter als vorher», sagt Anders Gautschi, Mitglied der Allianz der Umweltverbände und Geschäftsführer des Verkehrs-Clubs (VCS) in der «NZZ am Sonntag».

Gautschis Einschätzung fusst auf dem jüngsten Rating der Umweltallianz. In diesem messen die Umweltverbände regelmässig, wie umweltfreundlich das Parlament abstimmt. Fazit: «Die Sitzgewinne der Grünen und Grünliberalen wurden neutralisiert, weil die Mitte in Umweltfragen weggebrochen ist.» In der Tat zeige sich bei der ehemaligen CVP eine markante Verschiebung. Dies habe laut «NZZ am Sonntag» stark damit zu tun, dass die Partei in vielen agrarpolitischen Fragen ihrem Nationalrat und Bauernpräsidenten Markus Ritter folgte. Aufgeholt habe umgekehrt die FDP. Bei ihr manifestierte sich der Kurswechsel, den die alte Spitze um Petra Gössi in der Klimapolitik eingeleitet hatte.

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