Burkhalter-Nachfolge

Nun kommt es zum Zweikampf Cassis gegen Maudet

Weil die Fraktion keine Auswahl vornehmen will, bleiben alle freisinnigen Kandidaten im Rennen: Isabelle Moret, Ignazio Cassis und Pierre Maudet (v.l.)

Weil die Fraktion keine Auswahl vornehmen will, bleiben alle freisinnigen Kandidaten im Rennen: Isabelle Moret, Ignazio Cassis und Pierre Maudet (v.l.)

Die FDP-Fraktion entscheidet sich für ein Dreierticket – der Tessiner Cassis bleibt der grosse Favorit.

38 Minuten dauerte die Anhörung von Fraktionschef Ignazio Cassis, 35 Minuten jene des Genfer Regierungsrates Pierre Maudet – und gerade mal 25 Minuten der Auftritt von Nationalrätin Isabelle Moret.

Was hatten die Unterschiede zu bedeuten? Das wurde noch unklarer, als die FDP-Fraktion über eine Stunde lang die Frage eines Zweier- oder Dreiertickets debattierte. Sie entschied sich dann mit 22:19 Stimmen und einer Enthaltung für Cassis, Maudet und Moret. Die Fraktion habe die «sehr attraktive Auswahl an Profilen, die sich deutlich unterscheiden», gewählt, formulierte es Vize-Fraktionschef Beat Walti. Und sich damit gegen den Druck entschieden, schon eine Auswahl zu machen.

Auf dem Dreierticket bleibt Cassis damit klarer Favorit. Das zeigte sich gestern in Neuenburg auch an der Medienkonferenz. Die Journalisten richteten viele Fragen an den Tessiner – zwei an Maudet. Keine Frage hingegen erhielt Isabelle Moret. Ein Zeichen dafür, dass die Waadtländerin im Bundesrats-Rennen nur als Aussenseiterin gilt.

Das sagt Pierre Maudet zu seiner Nomination

Das sagt Pierre Maudet zu seiner Nomination

Am Freitagabend entschied die FDP-Fraktion, ein Dreierticket für die Bundesratswahl ins Rennen zu schicken. Die Nominierten sind der Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis, der Genfer Staatsrat Pierre Maudet und die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret. Pierre Maudet ist zufrieden mit der Nomination und möchte nun die Energie für die Wahl in die Bundesversammlung bringen.

Sie sei «enorm stolz», dass die FDP drei solche Kandidaturen habe, hielt Parteipräsidentin Petra Gössi fest. «Sie decken ein sehr breites Spektrum an Profilen ab, was Alter, Geschlecht, politische Erfahrung und Regionen betrifft.» Maliziös fügte Gössi an: «Das müssen uns die anderen Parteien erst noch nachmachen.»

Ein grosser Erfolg ist es auch für Pierre Maudet, dass sich die FDP für ein Dreierticket entschied. Der Genfer schaffte es innerhalb weniger Wochen, dem Kürlauf eine Wende zu geben. Zu Beginn ging die deutliche Mehrheit der Fraktion von einem Zweierticket aus. Maudet bog den Entscheid mit seiner beherzten inhaltlichen Kampagne um. Entsprechend strahlte er gestern vor den Medien still über beide Wangen. Es sei ihm eine Freude, dass die Fraktion den Mut zu diesem Schritt gehabt habe, sagte er und folgerte: «Alles ist möglich.» Auf die Frage, ob er sich jetzt – wieder – mit 244 Parlamentariern vernetzen wolle, meinte Maudet vielsagend: «Ich werde darüber nachdenken.»

Das sagt Isabelle Moret zu ihrer Nomination

Das sagt Isabelle Moret zu ihrer Nomination

Am Freitagabend entschied die FDP-Fraktion, ein Dreierticket für die Bundesratswahl ins Rennen zu schicken. Die Nominierten sind der Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis, die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret und der Genfer Staatsrat Pierre Maudet. Isabelle Moret freut sich über das ihr entgegengebrachte Vertrauen.

Auch für Moret war die Nominierung ein Erfolg, obwohl sie sich zu Beginn als einzige der Kandidaten für ein Zweierticket Mann/Frau ausgesprochen hatte. Weil sie mit ihrer Kandidatur ins Hintertreffen geraten war, musste sie zuletzt gar um ihren Platz auf dem Ticket bangen. Die Waadtländerin hatte nach dem Hearing betont, es sei für sie sehr gut gewesen, den Kollegen ihre Vision der Schweiz – Freiheit, Sicherheit, direkte Demokratie – vorzustellen. An der Medienorientierung hielt sie sich dann betont kurz. Sie dankte der Fraktion und betonte: «Diese Situation ist für mich eine Genugtuung.»

Kritischer waren die Fragen, die sich Ignazio Cassis anhören musste. Ob es für ihn nicht einer Niederlage gleichkomme, dass er als Favorit «nur» auf einem Dreierticket stehe? Die Fraktion habe eine «gute Wahl» getroffen, konterte er. «Ich bin stolz, auf dem Ticket zu sein.» Und auf die Kritik angesprochen, die sein Entscheid auslöste, den italienischen Pass abzugeben, meinte Cassis: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bundesrat, der dem Aussendepartement vorsteht, eine doppelte Staatsbürgerschaft hat.»

Das sagt Ignazio Cassis zu seiner Nomination

Das sagt Ignazio Cassis zu seiner Nomination

Am Freitagabend entschied die FDP-Fraktion ein Dreierticket als Kandidatur für die Bundesratswahl ins Rennen zu schicken. Die Nominierten sind der Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis, die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret und der Genfer Staatsrat Pierre Maudet. Ignazio Cassis zeigt sich erfreut über seine Nomination, möchte aber nicht als Favorit gehandelt werden.

Mit dem Dreierticket bahnt sich ein Zweikampf an zwischen Ignazio Cassis und Pierre Maudet. Und dennoch bleibt der Tessiner der grosse Favorit. «Er hat beste Chancen, Bundesrat zu werden», sagt CVP-Präsident Gerhard Pfister. «Auch wenn es sehr opportunistisch anmutet, dass er den italienischen Pass zurückgab. So etwas tut man nicht.» Cassis habe sich zudem aus der AHV-Kampagne herausgenommen, um seine Wahlchancen zu erhöhen. «Doch er weiss SVP und FDP hinter sich.»

Bundesratskandidatur: Das sagt FDP-Fraktionspräsident Beat Walti

Bundesratskandidatur: Das sagt FDP-Fraktionspräsident Beat Walti

Am Freitagabend entschied die FDP-Fraktion, ein Dreierticket als Kandidatur für die Bundesratswahl ins Rennen zu schicken. Die Nominierten sind der Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis, die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret und der Genfer Staatsrat Pierre Maudet. Beat Walti, FDP-Fraktionspräsident ad interim, beurteilt die unterschiedlichen Qualitäten der drei Kandidaten.

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