MusikSzene Baden
«MusikSzeneBaden» vor dem Aus?

Der Vorstand des Vereins MusikSzeneBaden ist an seine Grenzen gelangt und wollte eine professionelle Geschäftsstelle aufbauen. Jetzt droht dem Verein gar das Aus, weil es vom Kanton kein Geld gibt. Die Kulturkommission der Stadt würde den Verein zwar unterstützen, nicht aber das Kuratorium.

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Musikszene Baden

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Aargauer Zeitung

Roman Huber

Auf der Traktandenliste der jüngsten Generalversammlung stand «Entscheid über Zukunft des Vereins». Der Vorstand hatte vorgeschlagen, per 1. Januar 2010 eine professionelle Geschäftsstelle im Rahmen eines 20- bis 30-Prozent-Pensums aufzubauen. Sollte es ihm nicht gelingen, die notwendigen 25 000 Franken hierfür sicherzustellen, soll der Verein per Ende Jahr aufgelöst werden.

Es kann und darf nicht sein Kommentar von Roman Huber Es war damals ein grosser Erfolg, mehrere Vertreter der Spezies «eigenwilliger Musiker» an einen Tisch zu bringen. Doch der Boden der Region, der sich in dieser Kultursparte mehrfach als besonders fruchtbar erwiesen hat, verlangte danach. Endlich machte der zuvor stiefmütterlich behandelte Bereich der Pop- und Rockmusik auf sich aufmerksam und bekam plötzlich eine Stimme im Konzert all derjenigen, die am Subventionskuchen teilhaben wollten. Nun soll ein «Njet» beim Kanton all die Aufbauarbeit zunichte machen? Kurz nachdem diese mit der Doppel-CD «Lokalhelden» gekrönt worden sind? Gerade die Professionalität, die hinter diesem Sampler steckt, ist Beweis genug dafür, dass hier nicht simple ehrenamtliche Vereinsarbeit, sondern wertvolle Kulturförderung geleistet wird. Darum kann und darf der Verein MusikSzeneBaden nicht klanglos untergehen. Vielleicht wäre es nun wirklich gut, wenn sich die Basis - nämlich die Musiker und Bands - ebenfalls deutlich dazu vernehmen liessen. roman.huber@azag.ch

Es kann und darf nicht sein Kommentar von Roman Huber Es war damals ein grosser Erfolg, mehrere Vertreter der Spezies «eigenwilliger Musiker» an einen Tisch zu bringen. Doch der Boden der Region, der sich in dieser Kultursparte mehrfach als besonders fruchtbar erwiesen hat, verlangte danach. Endlich machte der zuvor stiefmütterlich behandelte Bereich der Pop- und Rockmusik auf sich aufmerksam und bekam plötzlich eine Stimme im Konzert all derjenigen, die am Subventionskuchen teilhaben wollten. Nun soll ein «Njet» beim Kanton all die Aufbauarbeit zunichte machen? Kurz nachdem diese mit der Doppel-CD «Lokalhelden» gekrönt worden sind? Gerade die Professionalität, die hinter diesem Sampler steckt, ist Beweis genug dafür, dass hier nicht simple ehrenamtliche Vereinsarbeit, sondern wertvolle Kulturförderung geleistet wird. Darum kann und darf der Verein MusikSzeneBaden nicht klanglos untergehen. Vielleicht wäre es nun wirklich gut, wenn sich die Basis - nämlich die Musiker und Bands - ebenfalls deutlich dazu vernehmen liessen. roman.huber@azag.ch

Aargauer Zeitung

Kulturkommission sagt Ja

Von dieser Geschäftsstelle aus sollen die Belange von regionalen Musikern und Bands im Bereich Pop/Rock etc. professionell unterstützt und koordiniert werden. Bei der Stadt und beim Aargauer Kuratorium hatte der Vereine Beitragsgesuche von je 12 500 Franken eingereicht. Die städtische Kulturkommission habe das Gesuch geprüft und die finanzielle Unterstützung zeitlich befristet und mit Auflagen befürwortet, sagt Patrick Nöthiger, Fachstelle Kultur.

Das Kuratorium lehnte jedoch das Gesuch ab. Laut Patrik Schwitter, Mitglied der Fachgruppen Musik sowie Spartenübergreifendes und Jugendkultur, ist eine professionelle Stelle nicht notwendig. «Andere Organisationen lösen das auf ehrenamtlicher Basis.» Auch müsse man ein Fragezeichen setzen, wenn von der Basis her die Dringlichkeit dafür nicht gegeben sei, führt Schwitter ins Feld. Damit spricht er die vom Kuratorium unterstützten dürftig besuchten Informationsanlässe an, die der Vorstand unter dem Titel «popfohrum» für Musiker organisiert hat.

Gnadenfrist für Verein

Damit steht die Stadt Baden vor einer neuen Situation, hatte man doch damit gerechnet, dass der Kanton mitziehen würde. Nun müsste sie den Verein allein subventionieren, was kaum vorstellbar ist. «Ich hoffe, dass es trotz Wirtschaftskrise und finanzieller Zurückhaltung für den Verein eine gute Lösung gibt», sagt Patrick Nöthiger.

Der Vorstand des Vereins MusikSzeneBaden hat sich nun eine Bedenkzeit ausbedungen. Diese Woche will man mit dem Patronatskomitee, dem die Musiker Hendrix Ackle, Nic Niedermann, Philippe Kuhn, Sandra Guerini, Adrian Stern sowie Oliver Dredge angehören, das weiter Vorgehen besprechen. Der Verein habe sich bis Herbst eine Gnadenfrist gesetzt, erklärt Steffi Kessler, Präsidentin von «MusikSzeneBaden».

Dann soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung definitiv entschieden werden, in welcher Form und ob der Verein weiterexistieren wird. Bereits bis Ende Juli muss der Vorstand zudem der Kulturkommission der Stadt Baden Bericht erstatten, wie man weiter vorgehen will. Für Kessler steht fest, dass der heutige Aufwand die Möglichkeiten eines Vorstands übersteige. Philippe Kuhn würde es bedauern, wenn die Aufbauarbeit umsonst gewesen wäre, nur weil man diese Institution nicht als unterstützungswürdig erachtet.

«MusikSzeneBaden» wurde im Jahr 2002 gegründet aus dem Bedürfnis heraus, regionale Musiker und Bands zu vernetzen und für sie eine Plattform zu schaffen. Dank dem Anstoss und dem Know-how von Max Lässer und der im Patronatskomitee verbliebenen Musiker sowie den treibenden Kräften im Vorstand hat sich der Verein etabliert. Er bietet viele Dienstleistungen wie Bandraumvermittlung für seine Mitglieder, berät oder unterstützt bei Projekten sowie Events und lanciert neue Angebote, auch für Weiterbildungen. Eine Homepage, zugleich Dokumentationsstelle, und regelmässige Newsletters gehören zum weiteren Service. Höhepunkt des Vereins war der kürzlich präsentierte CD-Sampler «Lokalhelden».

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