Serie (3/3)

«Mein Herz wird schmerzen»: Emotionen in Mühleberg

Teil 3: Das Ende einer Ära

AKW Mühleberg: Was die Abschaltung bei den Mitarbeitern auslöst und wie die Abschaltung und der Rückbau vor sich gehen.

Am Freitag stellt erstmals in der Schweiz ein Atomkraftwerk seinen Betrieb ein. Das AKW Mühleberg im Westen von Bern wird nach 47 Betriebsjahren vom Netz genommen. Tele Bärn arbeitet die Geschichte des Kernkraftwerks in einer dreiteiligen Serie auf.

Zwei Knöpfe. Dann ist es nicht vorbei, aber das Ende hat immerhin angefangen. Denn bis am AKW-Standort Mühleberg 200'000 Tonnen Material abgetragen sind, dauert es. Und bis die 5000 Tonnen radioaktiven Abfälle nicht mehr strahlen, vergehen bis zu 200'000 Jahre. 

Es gibt also viel zu tun. Auch für die aktuellen Mitarbeiter des Atomkraftwerks. Sie werden nicht entlassen, sondern erhalten neue Aufgaben. Eine emotionale Situation ist die Stilllegung des Werks, wie die Gespräche zeigen die Tele Bärn geführt hat. «Mein Herz wird schmerzen, wenn die ersten Komponenten ausgebaut werden und das Werk verlassen», sagt etwa Alexandra Reiche, Leiterin Fachbereich Demontage.

Zu den 200 Mitarbeitern, die den Rückbau begleiten, kommen 80 externe Fachkräfte. Unmittelbar nach den Feiertagen, am 6. Januar 2020, beginnen die Rückbauarbeiten. Sie schliessen also fast nahtlos an die Abschaltung an. Denn was die Kosten mancherorts im Ausland in die Höhe trieb, war die zeitliche Lücke zwischen Abschaltung und Beginn des Rückbaus. 

Und doch, die Zahl, die die Kosten beziffern, sind eindrücklich: 1 Milliarde kostet die BKW die Stilllegung, die Entsorgung des Atommüll schlägt mit weiteren 1,427 Milliarden zu Buche. (smo)

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