Ratspräsidien

Maya Graf zur Nationalratspräsidentin gewählt

Die Baselbieterin Maya Graf ist neue Nationalratspräsidentin. Die Wahl gilt als historisch: Mit Graf übernehmen zum ersten Mal die Grünen das formell höchste Amt im Land.

Die 50-jährige Biobäuerin und ausgebildete Sozialarbeiterin aus Sissach wurde am Montag mit 173 von 183 gültigen Stimmen zur höchsten Schweizerin gewählt. "Ihr Vertrauen erfüllt mich mit Dankbarkeit und motiviert mich", sagte Graf nach der Wahl in ihrer Antrittsrede, die Dankesworte in allen Landessprachen enthielt.

Für ihre Partei, die Grünen, sei ihre Wahl eine wichtige Anerkennung, sagte Graf. Die Wahl sei aber auch ein Zeichen des Respekts vor Nicht-Bundesratsparteien. "Wir leben die Vielfalt unserer Demokratie durch Einbezug und nicht durch Ausschluss."

"Première citoyenne"

Ihre französischsprachige Anrede - "première citoyenne" - bedeute für sie die Herausforderung, den Bürgerinnen und Bürgern ein Beispiel zu geben, sagte Graf. Sie wolle ihnen zeigen, dass "wir stolz sind auf die Vielfalt, auf die gute Zusammenarbeit im Parlament und auf die demokratischen Institutionen in der Schweiz".

Ihren Ratskolleginnen und -kollegen versprach Graf, eine faire und kompetente Sitzungsleiterin zu sein, bei der Repräsentation des Parlaments eine echte Demokratin. Das Einbinden von Kräften, das Ernstnehmen anderer Meinungen, das echte Nachdenken und Zuhören gelte es zu bewahren. "Auf dieses Erbe von 1848 können wir stolz sein."

Erstmals eine Grüne als höchste Schweizerin

Erstmals eine Grüne als höchste Schweizerin

Rossini zweiter Vizepräsident

Der Nationalrat bestellte am Montag auch das Vizepräsidium neu. Erster Vizepräsident wurde mit 161 von 177 gültigen Stimmen der 62-jährige Luzerner Ruedi Lustenberger (CVP). Zweiter Vizepräsident wurde der Walliser Sozialdemokrat Stéphane Rossini. Der 49-Jährige erhielt bei der Wahl 140 von 154 gültigen Stimmen.

Graf ist seit elf Jahren Mitglied des Nationalrates. Mit ihr stellt der Kanton Basel-Landschaft zum vierten Mal seit 1848 das Präsidium des Nationalrates.

Im Amt des Nationalratspräsidenten wechseln sich die vier grössten Parteien der Schweiz ab. In unregelmässigen Abständen überlassen sie aber auch einer kleineren Partei das Amt. Die Grüne Partei ist seit 33 Jahren in der grossen Kammer vertreten. Seit Herbst 1987 hat sie eine eigene Fraktion. (sda)

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