KOMMENTAR
Das Medienpaket hilft den Regionalzeitungen

Weniger Werbung und eine eher tiefe Zahlungsbereitschaft im Netz: Der Journalismus ist besonders in Randregionen wie der Ostschweiz unter Druck. Das Medienpaket trägt dazu bei, den medialen Service public zu erhalten.

Stefan Schmid
Stefan Schmid
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Tageszeitungen in einem Zeitschriftenhalter im Medienzentrum des Bundeshauses in Bern.

Tageszeitungen in einem Zeitschriftenhalter im Medienzentrum des Bundeshauses in Bern.

Peter Klaunzer / KY

«Keine Steuermilliarden für Medienmillionäre». Die Propaganda gegen die bösen und reichen Verleger ist schrill. Doch der Polemik sollen auch ein paar sachliche Argumente aus der Sicht einer regionalen Redaktion gegenübergestellt werden.

In der Ostschweiz gab es bis in die 1990er Jahre auf kantonaler Ebene eine vielfältige Medienlandschaft. Doch nach und nach sind Titel verschwunden oder wurden zusammengelegt. Übrig geblieben ist mit dem «St. Galler Tagblatt» eine grössere, sowie verschiedene kleinere, auf ein paar Ortschaften begrenzte Blätter wie etwa «Der Rheintaler», der «Bote vom Untersee und Rhein» oder der «Appenzeller Volksfreund».

Das «Tagblatt »wiederum wurde zuerst der NZZ Mediengruppe verkauft, ehe diese ihr Regionalgeschäft mit Peter Wanners AZ Medien zu CH Media fusionierte.

Unter diesem Dach machen wir Journalismus für den Thurgau, St. Gallen und beide Appenzell mit gegen 100 Journalistinnen und Journalisten, die in der Region verwurzelt sind und täglich über sie berichten.

Doch dieser Service public ist in Gefahr.

Nicht primär in Zürich, wo der Markt grösser ist, sondern in der ländlichen Ostschweiz droht ein weiterer Stellen- und damit für die Bürgerinnen und Bürger ein Leistungsabbau.

Der Grund sind die sinkenden Werbeeinnahmen und die Digitalisierung. Wir setzen zwar alle Hebel in Bewegung, um möglichst ohne fremde Hilfe ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu finden, das zunehmend auch auf Online-Erlöse setzt. Doch das braucht Zeit.

Das Medienpaket, über das wir am 13. Februar abstimmen, hilft uns, diese Transformationsphase vom Print- ins digitale Zeitalter besser zu bewältigen. Es verschafft uns Luft in einer turbulenten Phase. Und es trägt dazu bei, dass wir weiterhin in dieser Breite und Tiefe über das Geschehen in der Ostschweiz berichten und recherchieren können. Von der Politik bis zum Sport, von der Kultur bis zur Kulinarik. Beim Medienpaket geht es darum, den Journalismus in den Regionen zu stärken. Aus Ostschweizer Sicht ist das ein sinnvoller Einsatz von Steuermitteln.

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