Michael Küng

Am Dienstag gab die SVP Aargau an ihrem Parteitag in Schlossrued ihre Strategie für die National- und Ständeratswahlen 2011 bekannt (a-z.ch berichtete).

Maximilian Reimann verzichtet auf seinen Sitz im Ständerat, weil er sich aufgrund seines Alters - Reimann hat Jahrgang '42 - nicht für weitere acht Jahre verpflichten will.

Das tut er zu Gunsten von Ulrich Giezendanner, der nun an der Stelle von Maximilian Reimann für den Ständerat kandidieren wird. Bern will Reimann aber trotzdem treu bleiben: Auf der SVP-Nationalratsliste hilft er mit, für die Kantonalpartei einen siebten Sitz zu erobern.

Rückkehr der alten Garde

Kritik an seiner Nationalratskandidatur wegen seines hohen Alters kontert Reimann sinngemäss damit: Der Aargau müsse sich daran gewöhnen müssen, dass Reimann vom Ständerat zurück in den Nationalrat will.

Und verweist im selben Zug auf den Kanton Zürich, wo dasselbe auch für eine Kandidatur Blochers auf der Nationalratsliste gelte. Steht Christoph Blocher 2011 also tatsächlich auf der SVP-Nationalratsliste?

Seit seiner Abwahl als Bundesrat 2007 ist Blocher nicht mehr in der Legislative. Sehr zum Bedauern seiner Partei. Es sei kein Geheimnis, dass die SVP Blocher gerne wieder im Nationalrat hätte, sagt Maximilian Reimann im Telefongespräch mit a-z.ch. Nach einer Anfrage der Partei überlege sich der ehemalige Bundesrat nun, sich auf die Nationalratsliste setzen zu lassen.

Viele seiner Parteikollegen sind überzeugt, dass er zurückkehren wird. «Er ist ja sowieso voll involviert», sagt Oskar Freysinger (SVP/VS) gegenüber «10vor10». «Er kommt in die Fraktionssitzungen und bestimmt unsere Strategie stark. Dann soll er hier rein sitzen, dann haben wir es einfacher - und er auch.

«So wie ich ihn in der Fraktion erlebe, ist er nie gegangen», sagt Nationalrat Felix Müri (SVP/LU). «Er ist immer noch voll da und spricht mit. Da kann er gerade so gut als Nationalrat mitreden.» Ständerat This Jenny (SVP/GL) ergänzt: «Ich bin überzeugt, dass er in den Nationalrat zurückkehrt. Und ich bin überzeugt, dass er wiedergewählt wird - und zwar mit sehr grossem Stimmenanteil.»

Blochers bisheriger Leistungsausweis im Nationalrat

Lässt Blocher sich nominieren, wäre er nach acht Jahren erneut im Nationalrat. Von 1979 bis 2003 schon amtete der Alt-Bundesrat in der grossen Kammer. Ein Meilenstein seiner nationalrätlichen Karriere ist sein Engagement gegen den Beitritt zum EWR 1992. Aber auch die Bekämpfung des neuen Eherechts zur Gleichstellung von Mann und Frau im Jahr 1985 gehört dazu.

Ebenso unvergessen ist eine Abstimmung im Jahr 1994, als Christoph Blocher unerlaubterweise am Pult einer abwesenden Ratskollegin den Abstimmungsknopf gedrückt und so zweifach abgestimmt hatte.

Entschieden hat sich Christoph Blocher noch nicht, wie Maximilian Reimann weiter sagte. Blocher selber war heute für eine Stellungnahme nicht erreichbar.