Eine obligatorische Schneesportwoche für alle Schüler zwischen der 5. und 9. Klasse und mindestens drei Bundessportzentren für Wintersport – was Dominique de Buman, Freiburger CVP-Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Tourismus-Verbandes, in einer Motion forderte, ging vielen Ständeräten zu weit. Sie fürchteten einen allzu starken Eingriff in die kantonale Bildungshoheit. Dass allerdings auch sie mehr für den Wintersport tun wollen, zeigte sich im vergangenen Dezember: Statt die Motion abzulehnen, wiesen sie sie zur Überarbeitung an die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) zurück.

Gestern nun hat die ständerätliche WBK einstimmig eine abgespeckte Version verabschiedet, die im Vorfeld von Motionär de Buman und den beiden CVP-Vertretern Peter Bieri (Zug) und Ivo Bischofberger (Appenzell Innerrhoden) ausgearbeitet worden war. Diese macht den Kantonen keine Vorschriften, ruft diese und den Bund aber zu intensiverer Förderung des Wintersports auf. «Heute ist ein guter Tag für den Sport, den Tourismus und die Bergkantone», zeigte sich de Buman zufrieden.

Problem Schneesportzentrum

Eine in der Ursprungsmotion geforderte Massnahme ist indes ohnehin schon erfüllt: Im letzten Juni hat eine Allianz aus Sport, Tourismus, Bildung und Verwaltung den Verein «Schneesportinitiative Schweiz» gegründet, der für günstigere Skilager sorgen soll. «In den letzten zehn Jahren hat die Anzahl Skilager um 15 Prozent abgenommen», sagt Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport (Baspo). «Der Verein ‹Schneesportinitiative› soll diesen Rückgang stoppen.»

Immer weiter verzögert sich derweil die Schaffung eines nationalen Schneesportzentrums. Bereits im Dezember hatte man einen Standortentscheid erwartet – in einem Evaluationsbericht des Baspo hatte sich zuvor Lenzerheide knapp gegen Andermatt und S-chanf durchgesetzt. Dann aber verknüpfte der Bundesrat das Infrastrukturkonzept inklusive Schneesportzentrum mit dem Breiten- und dem Leistungssportkonzept. Spätestens im Juni will er die «Gesamtschau Sport» beraten.

In der Zwischenzeit mussten Abstriche gemacht werden, wie Remund bestätigt: «Wegen der misslichen finanziellen Situation des Bundes musste die Gesamtschau in den letzten Monaten noch einmal überarbeitet werden.»