Alterswohnungen in Selzach
Im Alter im Dorf bleiben

Einwohner- und Bürgergemeinde Selzach wollen gemeinsam den Bau von Alterswohnungen im Bieli-Haus an der Dorfstrasse ermöglichen.

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Bieli-Haus

Bieli-Haus

Solothurner Zeitung

Die Pistenverlängerung wirft viele Fragen auf

Im September hat der Gemeinderat Selzach eine Arbeitsgruppe mit dem Namen «Piste» eingesetzt. Diese hat sich mit der Entwicklung des Regionalflughafens Jura-Grenchen gemäss dem vorgestellten Masterplan 2020 beschäftigt. Die geplante Pistenverlängerung würde in die Witischutzzone zu liegen kommen. Die Einwohnergemeinde Selzach müsse sich für die Wahrung der Interessen der Bewohner von Altreu einsetzen. Es dürfe nicht so weit kommen, dass infolge Verlängerung der Piste Richtung Osten die Flugzeuge beim Pistenanflug Altreu überfliegen. Fragen und Anregungen können an das Amt für Raumplanung gerichtet werden. Das hat die Arbeitsgruppe getan.

Die Arbeitsgruppe möchte beispielsweise genau wissen, welche Regelung der Flug-hafen Grenchen betreffend Flugzeiten hat. Speziell interessiert in Selzach zudem, was der Flughafen zu unternehmen gedenkt, damit zukünftig die vorgeschriebenen Volten eingehalten werden. Nicht bekannt ist der Arbeitsgruppe aus welcher Zeit der heutige Lärmberechnungsplan datiert und welche Daten diesem Plan zugrunde liegen. Gefragt wird auch wie die rechtlichen Bestimmungen zum Überfliegen von Siedlungsgebiet lauten und ob ein Gefahrenpotenzial für Flugzeuge mit Triebwerken gegeben ist, wegen der Grossvögel, die die Witi beherbergt.

Die Arbeitsgruppe macht darauf aufmerksam, dass die Witi eines der wichtigsten und schönsten Naherholungsgebiete im Mittelland sei. Ob aus diesem Grunde Sonntagsflugverbote für die Hobby-Fliegerei vorgesehen seien und wenn nicht, ob sich solche realisieren lassen. Die Arbeitsgruppe möchte zudem wissen, warum die Aussagen im Zusammenhang mit der letzten Pistenverlängerung jetzt nicht mehr gelten. Damals sei die Aussage gemacht worden, dass mit der damals realisierten Pistenverlängerung alle Ansprüche für einen Flughafen wie Grenchen für alle Zeiten erfüllt seien. (rm/mgt)

Ralph Möll

Der Gemeinderat Selzach vollzog am Donnerstag den ersten politischen Schritt zum Bau von Alterswohnungen in der Gemeinde. Er beschloss, gemeinsam mit der Bürgergemeinde die zum Verkauf stehende Liegenschaft GB Selzach Nr. 1991 an der Dorfstrasse zu kaufen. Darin soll eine noch zu gründende Genossenschaft altersgerechte Wohnungen bauen.

«Selzach ist ein typisches Einfamilienhaus-Dorf. Und aus diesem Grund gehen der Gemeinde langjährige Einwohner im Alter verloren», erklärte Gemeindepräsident Viktor Stüdeli dem Gemeinderat sowie dem ebenfalls anwesenden Bürgerrat. «Viele Senioren verkaufen ihre Häuser und ziehen in Einrichtungen um, die ihren Bedürfnissen besser gerecht werden, die aber ausserhalb Selzachs liegen.»

Idee der Bürgergemeinde

Auf die Möglichkeiten mit dem so genannten Bieli-Haus aufmerksam gemacht hat den Gemeinderat die Bürgergemeinde. «Das Gebäude an der Dorfstrasse eignet sich für ein solches Projekt bestens. Schliesslich wollen wir die Menschen ja nicht am Waldrand verstecken, sondern im Zentrum der Gemeinde behalten», erklärte Bürgergemeindepräsident Werner Klausner.

Den beiden Gemeinden entstehen durch diesen Kauf keine jährlichen Folgekosten. Geplant ist die Abgabe der Liegenschaft im Baurecht, wodurch sogar ein Zinsertrag in die Gemeindekassen fliesst. Der Kaufpreis für das Bieli-Haus beträgt 270 000 Franken. Hinzu kommen noch rund 30 000 Franken für Handänderungs-, Reinigungs- und weitere mögliche Kosten, bevor die Liegenschaft der Genossenschaft übergeben werden kann.

Die Einwohnergemeinde übernimmt vom Gesamtbetrag zwei Drittel, die Bürgergemeinde die restlichen 100 000 Franken. Allerdings muss die Bürgergemeindeversammlung noch über diesen betrag befinden, weil der Bürgerrat keine Finanzkompetenz hat. Klausner gab sich aber zuversichtlich, dass die Bürger dem Projekt zustimmen werden.

Minus reduziert

Finanzverwalter Heinz Schaad präsentierte dem Gemeinderat den Finanzplan 2010 bis 2013. Die darin aufgezeigten düsteren Aussichten mit Aufwandüberschüssen von bis zu 800 000 Franken liessen dem Rat keine andere Wahl, als die geplante Sanierung des Schulhauses III um vorläufig ein Jahr hinauszuschieben. Dies hat auch Auswirkungen auf den Voranschlag 2010.

Ursprünglich zeigte dieser einen Aufwandüberschuss von rund 507 000 Franken. Dieses Minus konnte aber nach einer ersten Lesung bereits stark reduziert werden. Unter anderen fallen 90 000 Franken weg, welche als Zinsen für ein allfälliges Darlehen für das Projekt Schulhaus III eingesetzt worden waren.

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