Angriff von Salez
«Ihre Hände waren voller Blut»: Augenzeuge schildert die schrecklichen Sekunden im Zug

Dino K. sass im Zug der Südostbahn, als der 27-jährige Täter (✝) mit einer brennbaren Flüssigkeit und einem Messer bewaffnet mehrere Menschen angriff. Er und ein Anwohner erzählen von den schrecklichen Bildern im Zug und am Bahnhof, wo Notärzte die Schwerverletzten behandelten.

Lukas Scherrer
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«Ich habe zur Seite geschaut», erklärt Dino K. sichtlich geschockt, «und habe gesehen, wie eine junge Frau komplett in Flammen stand.» Neben Dino K. befinden sich zum Zeitpunkt des Angriffs noch mehrere Dutzend weitere Passagiere im Zug. Trotz der Panik versuchen sie, den Schwerverletzten zu helfen.

«Später habe ich realisiert, dass rechts neben mir eine Frau mit einer Stichwunde im Bauch liegt», erzählt der junge Augenzeuge weiter. «Ich habe sie gefragt, ob alles in Ordnung sei. Dann hat sie mir ihre Hände gezeigt. Sie waren voller Blut.» Auch ein Kind soll im Gesicht verletzt worden sein, wie Dino K. weiter berichtet.

Tod des Angreifers erschwert die Ermittlungen

Nach dem Flammen-Angriff im Zug der Südostbahn sind der mutmassliche Täter und eines seiner Opfer gestorben. Fünf weitere Personen wurden verletzt. Der Zustand einer 17-Jährigen bleibt kritisch.

Dass der Täter verstorben ist, erschwert die polizeilichen Ermittlungen erheblich, wie Hanspeter Krüsi, Medienchef der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber dem Regionalsender Tele M1 erklärt: «Wir müssen nun Informationen aus dem gesamten Umfeld des Täters haben», so Krüsi. «Doch die wichtigste Auskunft – nämlich der Täter selbst – sagt nichts mehr.»

Bislang gibt es keine Anzeichen für eine terroristisch oder politisch motivierte Tat. Noch am Samstag wurde beim Täter von Salez, der in einem Nachbarkanton von St. Gallen wohnte, eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Der Mann war bei der Kantonspolizei St. Gallen sowie in seinem Wohnkanton kriminalpolizeilich nicht verzeichnet. Auch im Schweizerischen Strafregister bestand kein Eintrag über ihn.

War es ein Beziehungsdelikt?

Auch Erich Gross, der in der Nähe des Bahnhofs Salez wohnt, wurde Zeuge schrecklicher Bilder, als Notärzte die teilweise schwer verletzten Zugpassagiere behandelte. Gegenüber Tele M1 erklärt er: «Ich habe eine Frau gesehen, die überall sehr stark blutete.»

Der Anwohner will später ausserdem erfahren haben, dass die verletzte Frau wohl die Lebenspartnerin des Angreifers war. Es sind nicht die ersten Vermutungen, dass es sich bei der Bluttat von Salez um ein Beziehungsdelikt handelt.

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