WEF 2018
Hund «Atos» sucht am WEF nach Sprengstoff

Nicht nur Scharfschützen oder Drohnen sind in Davos am WEF im Einsatz. Sondern auch Sprengstoffspürhunde wie Atos.

Béla Zier, Davos
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Schnüffeln erlaubt: Atos und Hansjörg Sax in Davos im Einsatz.

Schnüffeln erlaubt: Atos und Hansjörg Sax in Davos im Einsatz.

Die Sicherheitsmassnahmen am World Economic Forum (WEF), das auch 2018 unter erhöhter Terrorbedrohung stattfindet, sind enorm. Nur sehr wenige der unzähligen Vorkehrungen sind jedoch sichtbar. Darunter fallen etwa die grosse Polizeipräsenz im Ort selbst oder die auf einigen Davoser Hoteldächern positionierten Scharfschützen.

Über so gut wie alle Sicherheitsvorkehrungen wird auch bei der für den Gesamteinsatz verantwortlichen Kantonspolizei Graubünden geschwiegen. Deren Sicherheitsdispositiv gehört auch Hansjörg Sax an. Ihm konnte die «Nordwestschweiz» gestern bei seiner Tätigkeit jedoch über die Schulter schauen. Und seinem Partner auf die Schnauze. Feldweibel Sax ist Diensthundechef der Bündner Kapo. Sein Partner hört auf den Namen Atos und ist ein Sprengstoffspürhund.

Der Hund will arbeiten

Sax’ und Atos’ Aufgabe am diesjährigen WEF ist es, Objekte präventiv auf Sprengstoff abzusuchen. Dies können Hotelsuiten, Säle, öffentliche Räume oder auch Fahrzeuge sein. Seit Samstag stehe er im Einsatz und habe schon viele Aufträge erledigt, erzählt Hansjörg Sax. Der sechsjährige Atos könne alle Arten von Sprengstoffen erschnüffeln, die von Terroristen verwendet würden. Zudem Munition und Pyrotechnik.

Als Durchsuchungsobjekt dient das 4-Stern-Hotel Morosani «Schweizerhof» in Davos Platz. Denn der Einsatz ist kein Ernstfall, sondern eine Übung mit Medienvertretern im Schlepptau. «Am WEF frisst Atos miserabel», bemerkt Sax ganz nebenbei. Dies mit Blick auf den noch vollen Fressnapf, der in seinem Einsatzfahrzeug steht.

Zunächst kommt Atos in der Tiefgarage des Hotels zum Einsatz. Dass der Vierbeiner ein Profi ist, zeigt sich auf der Stelle: Die vielen Personen darum herum ignoriert er. Dass die Ohren und Hinterbeine des Hundes ganz leicht zittern, erklärt Sax damit, dass Atos jetzt arbeiten will. Auf Zuruf setzt Atos seine feine Nase ein und schnüffelt an einer Reihe grosser Verpackungskisten. Auch einige Palmen, die später im Hotel zur Dekoration eingesetzt werden, lässt er nicht aus. Diese Palmen wären für einen Hund geradezu einladend, um daran das kleine Geschäft zu verrichten. Atos mache so etwas nie, das werde stets vor einem Einsatz erledigt, lässt Sax wissen.

Atos ist kein reiner Diensthund. «Er lebt mit mir. Jeden Morgen kommt er mit zur Arbeit und am Abend nach Hause. Er ist ein Familienmitglied», sagt Sax. Gehorcht ihm der Hund gut? «Meistens», sagt Sax und lacht. Atos könne sehr gut zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden, hält der 43-jährige Feldwebel fest.

Beim Einsatz gehorcht Atos aufs Wort. Auch im grossen Hotelsaal, der gerade für einen WEF-Anlass umdekoriert wird, lässt er sich nicht ablenken. Er knurrt niemanden an und schnüffelt in jeder noch so kleinen Ecke. Und das ganz frei. Hansjörg Sax: «Ich lasse ihn zunächst erst immer mal frei arbeiten, denn die Leine könnte ihn je nach dem beeinflussen.»

Sax stand schon über zehn Mal am WEF in Davos im Einsatz. «Während der Durchsuchung ist man nicht nervös, wenn man eine positive Anzeige hat, schlägt der Puls vielleicht ein bisschen höher. Es wäre auch nicht normal, wenn man immer gleich cool bleibt», führt der Diensthundechef aus. Dazu, ob er mit seinem Hund am WEF jemals Sprengstoff entdeckt hat, schweigt er jedoch.

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KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER