Beznau
Heimatschutz will Wasserkraftwerk Beznau retten

Das Maschinenhaus des Flusskraftwerks Beznau muss einem Neubau weichen. Dem Aargauer Heimatschutz passt das nicht. Droht nun eine Auseinandersetzung wie in Rheinfelden?

Merken
Drucken
Teilen
Dem Abbruch geweiht

Dem Abbruch geweiht

Die Axpo will das über 100 Jahre alte Wasserkraftwerk auf der Insel Beznau abreissen und durch einen leistungsfähigeren Neubau 50 Meter weiter oben ersetzen. Doch dem Aargauer Heimatschutz passt dieses Vorhaben nicht. Er wünscht den Erhalt des alten Flusskraftwerks.

«Für 16 Prozent Mehrproduktion wird eine industriehistorisch bedeutende Anlage abgerissen», schreibt der Heimatschutz in einer Stellungnahme - und plädiert für eine «umfassende, nicht einseitig auf die Energieproduktion ausgerichtete Interessenabwägung» zugunsten des Fortbestands der «Pionieranlage», die zwischen 1898 und 1902 erbaut wurde.

Das Vorgehen des Heimatschutzes erinnert an eine ähnlichen Fall, welcher seit geraumer Zeit die Bevölkerung von Rheinfelden im Fricktal beschäftigt. Dort kämpft eine Gruppe von engagierten Bürgern mit politischen Eingaben, rechtlichen Vorstössen, Infoveranstaltungen und - neuerdings - mit wöchentlichen Demonstrationen gegen den Abriss des Maschinenhauses des lokalen Flusskraftwerks.

«Im Grundsatz unbestritten»

Drohen Döttingen nun ähnlich langwierige Auseinandersetzungen wie in Rheinfelden? Fakt ist: Der Beznau-Neubau «im Grundsatz unbestritten», wie der Kanton kürzlich die Sachlage zusammenfasste.

In der Tat setzt sich neben dem Heimatschutz nur das Bundesamt für Kultur für den Erhalt der alten Anlage ein. Der Planungsverband Zurzibiet und die CVP Aargau begrüssen hingegen den Neubau. Und die EVP Aargau, die Grünen Aargau und die Umweltorganisationen wünschen sich lediglich eine Verschärfung bestimmter Anforderungen und Massnahmen, namentlich im Bereich der Fischgängigkeit.

Anliegen «ohne Chance»

Selbst die kantonale Denkmalpflege verzichtet auf eine Unterschutzstellung - mit der Begründung, am Bau und an der technischen Ausstattung seien viele Veränderungen vorgenommen worden. Die Denkmalpflege verlangt nur eine umfassende fotografische Dokumentation vor dem Abbruch des Laufwasser-Kraftwerks.

Beim Aargauer Heimatschutz ist man sich bewusst, dass das Anliegen nicht eben auf breite Unterstützung stösst und letztlich wohl «keine Chance» hat. Geschäftsführer Henri Leuzinger sagt aber: «Eine Stimme ist nicht nichts» - und er hofft, dass die Stellungnahme seiner Organisation zumindest für die eine oder andere Debatte im Grossen Rat sorgen wird. (bau/za)