Kommentar
Für Autos muss es in Städten ein genügend grosses Angebot an Parkplätzen geben

Abbau von Anwohnerparkplätzen und Strassen, Gratis-ÖV für Kinder und weg mit dem Generalabonnement: Eine neue Studie zeigt auf, welchen Weg Städte bei der Verkehrspolitik gehen könnten.

Stefan Ehrbar
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Parkplätze werden in Städten zum immer rareren Gut.

Parkplätze werden in Städten zum immer rareren Gut.

Keystone

Weniger Autos, mehr Velos: Das ist die Stossrichtung der Schweizer Städtekonferenz. In einer neuen Studie hat sie Massnahmen ausgearbeitet, um dieses Ziel erreichen zu können. Sie reichen von der Aufhebung von Anwohnerparkplätzen bis hin zu neuen Parkgebühren.

Das ist kein Skandal. Im Gegenteil. Die Klimaziele lassen sich mit den bisherigen Massnahmen nicht erreichen. Im Gegensatz zu ländlichen Regionen ist in den Städten der Raum begrenzt. Autos sind nicht ideal, weil sie ein Vielfaches des Platzes benötigen, den Menschen beanspruchen, die im ÖV, auf dem Velo oder zu Fuss unterwegs sind. Werden Parkplätze aufgehoben, können Velowege gebaut werden. Es entstehen Plätze für die Anwohner oder für Märkte. Restaurants können neue Aussenflächen einrichten, Bäume können gepflanzt werden. Das steigert die Lebensqualität.

Die Gefahr solcher Massnahmen ist aber, dass sie auch jene treffen, die das Auto wirklich benötigen. Busfahrerinnen, Bäcker oder Flughafenmitarbeiterinnen, die in der Nacht mit der Arbeit beginnen, können ihren Arbeitsweg ebenso wenig mit dem ÖV zurücklegen wie Verkäufer, die bis Mitternacht an der Ladentheke stehen. Auch Handwerker sind auf ihre Lieferwagen angewiesen. Für sie alle muss es ein Angebot an Parkplätzen geben, das genügend gross ist. Sonst bestraft die Verkehrspolitik jene, die städtisches Leben erst möglich machen.