Farnern
Fast halbierte Schulverbandskommission

22 Stimmberechtigte genehmigten an der Budgetversammlung des Schulverbandes Farnern, Rumisberg, Wolfisberg das überarbeitete Organisationsreglement und das Budget 2010 – beide beeinflusst durch den Wegzug der Realschule ins Oberstufenzentrum Wiedlisbach.

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Schule

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Berner Rundschau

Kurt Nützi

Bevor Verbandspräsidentin Barbara Müller (Rumisberg) in Wolfisberg die Versammlung eröffnete, erteilte sie Bernhard Gruber, dem Präsidenten des Sekundarschulverbandes Wiedlisbach, das Wort. Der Attiswiler erläuterte kurz die Beweggründe, warum in Wiedlisbach die Planung eines Oberstufenzentrums seit 2006 unter der Führung von Kurt Zobrist, dem zuständigen Gemeinderat für das Schulwesen in Oberbipp, an die Hand genommen wurde.

Der Kanton hat Druck gemacht

Zuerst sei wegen den zu geringen Klassengrössen «Druck von oben» - damit meinte er den Kanton - gemacht worden. Ein Zusammengehen der beiden Sekundarschulen Wangen a/A und Wiedlisbach scheiterte, weil Wangen a/A plötzlich ausscherte. Schliesslich haben die Planer aus den Schulkommissionen und der Lehrerschaft sich für das durchlässige Modell 3a mit dem Zusammengehen der Sekundar- und der Realschulen entschieden.

Nebenräume fehlen

Obwohl im neuen Oberstufenzentrum mit Start am 1. August 2010 nur 150 Sekundar- und Realschüler - im Rekordjahr 1983/1984 besuchten 196 Schüler aufgeteilt in zehn Klassen die Sekundarschule - die Schule besuchen, fehlen wegen den heutigen Unterrichtsmethoden Schulräume. Marianne Känzig und Regula Brüllmann, zwei Rumisberger Gemeinderätinnen, ergriffen das Wort, als Gruber informierte, dass schon eine «Gruppe Nebenräume» am Planen eines Erweiterungsbaus sei.

Känzig und Brüllmann sagten, die Stimmbürger vom Berg hätten Mühe, Ja zu einem Erweiterungsbau zu sagen, wenn in der Turnhalle Rumisberg oder in einem der drei Schulhäuser in Farnern, Rumisberg und Wolfisberg Kapazitäten brach lägen.

Bevor sich Gruber aus Wolfisberg verabschiedete, teilte er mit, dass der neue Schulleiter, beauftragt mit der Planung und Vorbereitung des Oberstufenzentrums Wiedlisbach, von der Sekundarschulkommission am 29. Oktober gewählt wird. Er gab sich zuversichtlich: «Ich bin davon überzeugt, dass es eine qualitativ gute Schule gibt.»

Neues Organisationsreglement

Barbara Müller erläuterte das neue Organisationsreglement (OgR), das wegen des Wegzugs der Realschule von Farnern nach Wiedlisbach notwendig wurde. Im Artikel 2, der die Aufgabe des Schulverbands umschreibt, steht: «Der Verband führt einen Kindergarten sowie die Primarstufe.» Schwach begabte oder Schüler mit einer Behinderung sollen in die Regelklassen integriert werden.

Hochbegabte in Langenthal

Hingegen werden die Hochbegabten mit einem IQ von mindestens 130 in einer Klasse in Langenthal regional zusammengefasst. Bei Bedarf - mindestens zehn Interessierte - ist ein Tagesschulangebot zu erstellen. Im Sog der geleiteten Schulen mit immer grösseren Kompetenzen für den Schulleiter wurde die Schulkommission von sieben auf vier Personen reduziert (Rumisberg zwei Sitze, Farnern und Wolfisberg je ein Sitz).

Dem Präsidenten kommt bei Stimmengleichheit der Stichentscheid zu. Mit 21 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung wurde das neue OgR klar angenommen.

Schülertransport: 44 000 Franken

Verbandskassiererin Christina Thaler erläuterte das Budget 2010. Ihre Vorbemerkung: «Wir waren beim Erstellen des Voranschlags erstaunt, dass sich der Wegzug der Realschule nicht deutlicher bemerkbar macht.»

Im ausgeglichenen Budget 2010 mit Ausgaben und Einnahmen von je 176000 Franken sind für den Kindergarten wie bisher 5000 Franken und für die Primarschule 171 000 Franken vorgesehen. Nur die Budgetposten «Lehrmittel», «Büromaterial», «Werkmaterial», «Anschaffungen Mobiliar» und «EDV» fielen wegen den fehlenden Realschülern geringer aus. Hingegen bleiben die Schülertransportkosten von 44 000 Franken unverändert, weil die Anzahl Fahrten auch ohne Realschüler gleich bleibt. Mit 20 000 Franken beteiligt sich der Kanton dank der Teilrevision des Volksschulgesetztes von 2008 neu an den Schülertransportkosten. Die Gemeindebeiträge von 86 000 Franken belaufen sich für Farnern auf 20 000 Franken, für Rumisberg auf 47 000 Franken und für Wolfisberg auf 19 000 Franken.

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