Gotthardtunnel-Sanierung

Experten untersuchen Auswirkungen der Gotthard-Tunnelsperre

Der Gotthardtunnel im Schnee (Symbolbild)

Der Gotthardtunnel im Schnee (Symbolbild)

Der Kanton Tessin lässt von Fachleuten abklären, welche wirtschaftlichen Folgen eine sanierungsbedingte Sperrung des Gotthard-Strassentunnels haben könnte. Die Experten sollen der Kantonsregierung rasch Vorschläge präsentieren.

Der Bundesrat hatte in einem Bericht zu den Auswirkungen der Tunnelsperrung von vergleichsweise geringen Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft im Tessin und im Kanton Uri gesprochen - trotz temporär schlechterer Erreichbarkeit der beiden Kantone.

Von Berichten des Bundes nicht überzeugt

Die Tessiner Kantonsregierung überzeugt dies nicht, wie sie am Donnerstag mitteilte. Auch den Verlagerungsbericht 2011 des Bundesrates kritisierte sie. Die Zahlen seien "äusserst beunruhigend". Die Anzahl der die Alpen querenden Lastwagen bleibe unabhängig von der Eröffnung des NEAT-Eisenbahntunnels stabil.

Aus Sicht der Tessiner Regierung sind die Abschätzung der Folgen der Tunnelsanierung sowie der Auswirkung von Begleitmassnahmen nicht zu trennen von einer Verlagerung von 650'000 Lastwagenfahrten pro Jahr auf die Schiene. Sie hat nun selbst Vorschläge bei einer Arbeitsgruppe bestellt. Koordiniert wird sie von Jörg De Bernardi, dem Tessiner Delegierten für Bundesbeziehungen.

Aus dem Verlagerungsbericht 2011 geht hervor, dass der Bundesrat es als aussichtslos erachtet, die Zahl Alpen querender Lastwagen bis 2018 auf 650'000 zu senken. Er erwägt deshalb, den Zielwert heraufzusetzen, wie er festhielt. Im laufenden Jahr werden ungefähr 1,25 Millionen Lastwagen die Alpen queren statt wie im Gesetz als Zwischenziel gefordert eine Million.

Auch Urner Regierung "erstaunt"

Auch die Urner Kantonsregierung hatte sich "erstaunt" gezeigt ob den Schlussfolgerungen des Bundes zu den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen der Tunnelschliessung. Ihr eigener Bericht habe wesentliche gravierende Nachteile aufgezeigt, hatte sie am Dienstag geschrieben.

Das Bundesamt für Strassen prüfte für den am Montag veröffentlichten Bericht regionalwirtschaftliche Auswirkungen von drei Varianten: Vollsperrung ohne Sommeröffnung für zweieinhalb Jahre, Vollsperrung mit Sommeröffnung während dreieinhalb Jahren sowie Bau einer zweiten Tunnelröhre. Der Gotthard-Strassentunnel muss zwischen 2020 und 2025 umfassend erneuert werden.

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