Corona-Virus

Erste Corona-Tote in der Schweiz: «In der Nacht hat sich ihr Zustand brutal verschlechtert»

Das Universitätsspital Lausanne wo die 74-jäjrige Frau verstorben ist.

Das Universitätsspital Lausanne wo die 74-jäjrige Frau verstorben ist.

Die Schweiz hat ihren ersten Todesfall aufgrund des Corona-Virus. Eine 72-jährige Frau ist im Universitätsspital Lausanne an den Folgen der Erkrankung gestorben, wie die Kantonspolizei am Donnerstagvormittag vermeldete.

Am Nachmittag luden die Behörden zu einer kurzfristigen Pressekonferenz, um über den Todesfall genauer zu informieren, wobei aus Respekt vor der Familie der Verstorbenen nur wenig neue Details bekannt gegeben wurden. Laut Kantonsarzt Karim Boubaker ist es wahrscheinlich, dass sich die Frau während eines Auslandaufenthaltes in Italien angesteckt hat. Sie gehörte zu den ersten Infizierten im Kanton Waadt.

Laut Spitaldirektor Philippe Eckert sei ihr gesundheitlicher Zustand gestern relativ stabil gewesen. «In der Nacht hat er sich dann aber brutal verschlechtert und sie ist verstorben.» Man habe zwei Antiviren bei ihr eingesetzt, von denen man sich eine Besserung erhofft hatte. «Eine Lösung gibt es heute aber nicht.» Bei nahestehenden Personen, die mit ihr in Kontakt waren, seien entsprechende Massnahmen eingeleitet worden. Um welche Massnahmen es sich dabei handelt, verrieten die Behörden nicht.

Der erste Corona-Todesfall in der Waadt also. Ausgerechnet in der Waadt, ist man geneigt zu sagen. Der Westschweizer Kanton hatte sich in den vergangenen Tagen besonders kritisch gegenüber den Massnahmen des Bundes gezeigt, um die Ausbreitung des Corona-Virus unter Kontrolle zu halten.

So sagte der kantonale Wirtschaftsminister Philippe Leuba in einem Interview mit «24 heures» am Mittwoch: «Die Entscheidung des Bundesrates war nicht vorhersehbar. Wir sind daran, eine künstliche Wirtschaftskrise zu kreieren, auf unüberlegte Art und Weise. Das ist extrem besorgniserregend.» Spätabends verschickte dann der Kanton eine Medienmitteilung, in der er verkündete, keine weiteren Restriktionen für Anlässe mit weniger als 1000 Personen zu verhängen.

Gesundheitsministerin Rebecca Ruiz fühlte sich bei der Pressekonferenz denn auch genötigt zu betonen, dass man mit dem Bund sehr gut kooperiere und die Vorgaben respektiere. Man versuche alles, um das Virus so gut wie möglich einzudämmen. Dennoch rechne man in den kommenden Wochen mit mehr Fällen, entsprechend bereite man die nötigen Ressourcen vor und wolle sie effizient einsetzen. Laut Kantonsarzt Boubaker konzentriere man sich insbesondere auf Risikogruppen, Menschen über 65 Jahre, die besonders durch das Virus bedroht seien.

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