Balsthal
Energie aus der eigenen Region

Der geplante Wärmeverbund in Balsthal soll in drei Etappen bis 2016 realisiert werden. Er nutzt das Holz aus der Region. Auch beim Bau kann das einheimische Gewerbe profitieren.

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Wärme

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Solothurner Zeitung

Fabian Muster

Jetzt gehts beim Projekt Wärmeverbund Balsthal um Sein oder Nichtsein: Am nächsten Montagabend entscheiden die Balsthaler, ob sie dem von der AEK geplanten Wärmeverbund beitreten wollen. «Alles wartet jetzt nur noch auf die Einwohnergemeinde», sagt Gemeinderat Thomas Fluri vom Ressort Planung, der das Geschäft bisher vertreten hat. Falls nämlich einer der drei Grossabnehmer nicht von Beginn an mitmacht, sei das Projekt gefährdet, so Fluri.

Die erste Etappe des Wärmeverbundes soll bis Herbst 2010 realisiert sein. Angeschlossen werden je mit rund einem Drittel Projektanteil die gemeindeeigenen Schulanlagen (ausser Falkenstein), das Alters- und Pflegeheim Inseli sowie die Kreuz-Kornhaus-Rössli AG. Die Heizzentrale wird beim Hunzikerhof zu stehen kommen. Dort besteht bereits eine sichere Lastwagenzufahrt für die rund 100 bis 150 Fahrten pro Jahr. Zudem führt der Weg nicht durchs Schulgebiet. Über die Fernwärmeleitung werden die Liegenschaften mit Energie für Wärme und Warmwasser versorgt. Eine Heizanlage wird damit in den einzelnen Gebäuden überflüssig.

Bei der Heizzentrale wird zudem ein Gaskessel installiert. An Spitzenzeiten wird dieser zusätzlich, bei schwacher Auslastung ist nur dieser eingeschaltet. Grund: Die Schnitzelheizung hat bei Volllast den höchsten Wirkungsgrad. Damit wird rund 20 Prozent der Gesamtenergie durch Gas erzeugt.

Geld bleibt in der Region

Die AEK übernimmt Bau, Betrieb und Finanzierung des rund 5 Mio. teuren Projekts. Vom Bund sind 748 000 Franken an Subventionen zugesichert, wenn der Baubeginn noch in diesem Jahr erfolgt. In einer zweiten Bauetappe (2010 bis 2014) sollen der geplante Neubau der Heilpädagogischen Sonderschule, die Erweiterung Richtung katholische Kirche, die Kirchmatt sowie die Goldgasse dazukommen. In einem dritten Schritt (2014 bis 2016) wird das Schulhaus und das Schwimmbad Falkenstein angeschlossen. Während allen drei Etappen ist auch der Anschluss von Privatliegenschaften entlang der Fernwärmeleitung geplant. Ein Ausbau der Leitung etwa Richtung Industrie Sagmatt ist mit einer Erweiterung der Zentrale möglich. «Wir haben schon erste lose Kontakte», sagt Roger Scheidegger von der AEK.

Investition kommt nicht teurer

Die Vorteile des Projekts sind laut der Botschaft zuhanden der Gemeindeversammlung zahlreich: Der durch Holzschnitzel betriebene Verbund nutzt den einheimischen Wald als Energieträger. Die AEK schloss sich dazu mit der Forstbetriebsgemeinschaft Balsthal/Mümliswil-Ramiswil (FBG) zusammen. Damit wird ein garantierter Holzabsatz von 124 000 Franken (erste Etappe) respektive 200 000 Franken (nach Fertigstellung aller Etappen) gesichert. «Die FBG profitiert von einem Mehrumsatz und kann zudem den Wald gründlicher nutzen», sagt Thomas Fluri. Pro Jahr wird ausserdem rund 1220 Tonnen CO2 eingespart. Balsthal nimmt damit eine Vorreiterrolle hinsichtlich der geplanten Energiestadt Region Thal ein. Und nicht zuletzt profitiert vom Bauvolumen das einheimische Gewerbe, da die AEK die Aufträge möglichst lokal vergeben will.

Und wie teuer kommt die Sache der Gemeinde? Für die erste Etappe sind einmalige Kosten von rund 280 000 Franken vorgesehen, wobei der Kanton einen Anteil von rund 54 000 Franken aus dem Förderprogramm beisteuern wird. In den einmaligen Kosten enthalten sind die Sanierung und Umrüstung der Heizanlagen wie auch die Demontage der bisherigen Heizung. «Dies belastet natürlich das Budget 2009, weil wir die erste Etappe auf einmal durchziehen müssen», sagt Gemeinderat Fluri. «Aber über fünf Jahre gesehen haben wir sogar leicht tiefere Kosten wie bei einer konventionellen Öl- oder Gasheizung.» Die Anlagen bei den Schulhäusern hätten nämlich sowieso innerhalb dieser Frist saniert werden müssen.

Der Preis pro Kilowattstunde variiert zwischen 12,8 (Alters- und Pflegeheim Inseli) und 18,8 Rappen pro Kilowattstunde (reformierte Kirche); darin sind sämtliche Kosten wie Wartung oder Pikettservice enthalten. Roger Scheidegger von der AEK erklärt den Preisunterschied mit der unterschiedlich gebrauchten Energiemenge. «Je mehr Energie eine Liegenschaft bezieht, desto billiger ist sie.»

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