Preisverleihung
Endlich wieder ein Nobelpreis für die Schweiz? Diese drei Wissenschaftler sind heisse Anwärter

Am Montag fällt in Stockholm der Startschuss der Nobelpreis-Woche mit der Bekanntgabe der Preisträger für Physiologie oder Medizin. Auch einige Forschende in der Schweiz gelten als mögliche Kandidaten.

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Erhält dieses Jahr ein Wissenschaftler aus der Schweiz den begehrten Nobel-Preis?

Erhält dieses Jahr ein Wissenschaftler aus der Schweiz den begehrten Nobel-Preis?

Keystone

Unter anderen können wir diesen drei Wissenschaftlern die Daumen drücken:

Fachbereich Medizin

Michael Hall von der Universität Basel könnte sich berechtigte Hoffnungen auf den Medizin-Nobelpreis machen. Der Zellforscher ist einer der Mitentdecker eines wichtigen molekularen Schalters: Das Protein Target of Rapamycin (TOR) reguliert in Reaktion auf Nährstoffe und Wachstumsfaktoren die Grösse und das Wachstum von Zellen.

2012 durfte Professor Michael Hall (rechts) den Marcel Benoist Preis von Bundesrat Alain Berset entgegen nehmen.

2012 durfte Professor Michael Hall (rechts) den Marcel Benoist Preis von Bundesrat Alain Berset entgegen nehmen.

Keystone

Das TOR-Signalnetzwerk spielt für verschiedene Krankheiten eine wichtige Rolle, beispielsweise bei Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Für seine Arbeit zu TOR erhielt Hall kürzlich den Lasker-Preis, der als amerikanischer Medizin-Nobelpreis gilt.

Fachbereich Physik

Nicola Spaldin, Materialforscherin an der ETH Zürich, wäre möglicherweise eine Kandidatin für den Physik-Nobelpreis. Sie hat das Forschungsfeld der sogenannten Multiferroika revolutioniert. Diese Materialien reagieren sowohl auf elektrische als auch auf magnetische Felder und sind damit prädestiniert für ultraschnelle, extrem kleine und sehr energieeffiziente Computer der Zukunft.

Materialforscherin Nicola Spaldin, hier in einem SRF-Beitrag von 2015.

Materialforscherin Nicola Spaldin, hier in einem SRF-Beitrag von 2015.

Screenshot/SRF

Die Multiferroika könnten zudem den Weg ebnen für weitere technologische Neuerungen, wie beispielsweise bei Raumtemperatur funktionierende Supraleiter. Für ihre Arbeit wurde die gebürtige Britin unter anderem bereits mit dem hochdotierten Körber-Preis ausgezeichnet.

Fachbereich Chemie

Für den Chemie-Nobelpreis gilt seit Jahren Michael Grätzel von der ETH Lausanne (EPFL) als heisser Kandidat. Er ist Miterfinder eines neuen Typs von Solarzellen, der sogenannten «Grätzel-Zelle», und revolutionierte damit die Fotovoltaik-Forschung.

Michael Grätzel mit eines seiner entwickelten Solar-Panels.

Michael Grätzel mit eines seiner entwickelten Solar-Panels.

Keystone

Anders als handelsüblichen Silizium-Solarzellen nutzt die Grätzel-Zelle organische Farbstoffe zur Lichtabsorption – ähnlich wie Pflanzen bei der Photosynthese. Zwar blieb die Effizienz der Farbstoffsolarzellen bis heute weit unter der von Silizium-Solarzellen, sie ebneten jedoch den Weg für Perowskit-Solarzellen, die derzeitigen grossen Hoffnungsträger der Fotovoltaik-Forschung. An deren Optimierung arbeitet Grätzel derzeit mit seinem Team an der EPFL.

Die Liste der bisherigen Schweizer Nobelpreis-Trägerinnen und -Träger gibts hier bei Wikipedia. Letzter Eintrag: 2002. Und 2013 gewann der Insektenkundler Hans Rudolf Herren den Alternativen Nobelpreis, den Right Livelihood Award. (dsc/sda)

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