Kurz nach zwölf Uhr wurden geladene Gäste und Medienschaffende Zeugen, wie die Bauarbeiter die letzte dünne Felswand der beiden Bergstollen durchstiessen. Das teilten die Jungfraubahnen und die Männlichenbahn mit, die beiden Bauherren des V-Bahn-Projekts.

Auf über 2300 Meter über Meer sollen künftig die Personen, welche mit dem Eigerexpress in Richtung Eigergletscherschweben, entweder auf die Jungfraubahn in Richtung Jungfraujoch respektive Wengen umsteigen können. Oder aber sie schreiten in Richtung Skipisten.

Dank der beiden Verbindungsstollen werden ankommende und abreisende Gäste voneinander getrennt. Die Stollen sind bis zu 40 Meter lang.

«Opfer des Massentourismus»

Von Grindelwald aus sollen so Touristen in Zukunft das Jungfraujoch in nur 45 Minuten erreichen können. Der «Eigerexpress» soll 2400 Personen pro Stunde befördern können. Kritiker des Projekts befürchten, Natur und Landschaft würden so dem Massentourismus zum Opfer fallen.

«Der Gast hat heute weniger Zeit, um von A nach B zu kommen», sagte Urs Kessler, Direktor der Jungfraubahnen, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Und betont: «Wir halten an unserer selbst auferlegten Limitierung der Jungfraujoch-Besucher von 5000 Gästen pro Tag fest. Ebenso werden wir eine Limitierung machen für den Wintersport. Wir wollen Qualität, aber ohne Wartezeiten.»

Fertig im Winter 2020/21

Am 12. Dezember 2020 soll der Eigerexpress und damit auch die Bergstation in Betrieb gehen. Bereits ein Jahr vorher möchten die beiden Bauherren den neuen Bahnhof der Berner Oberland-Bahn in Grindelwald Grund und die neue Männlichenbahn eröffnen. Zum V-Bahn-Projekt gehört auch ein Parkhaus in Grindelwald Grund.

Vorerst müssen aber oben am Eigergletscher noch Felssicherungsarbeiten ausgeführt werden. Danach folgen Betonarbeiten, der Innenausbau und die Installation der Seilbahntechnik. Die ersten Bauarbeiten am V-Bahn-Projekt begannen im vergangenen Juli. (SDA/CHM)