Affäre Guttenberg
Doktorenclub in Bundesbern: Jeder Fünfte hat einen Titel

Da soll noch einer sagen, die Deutschen seien titelgeil - bei Schweizer Politikern sind akademische Orden genau so beliebt. Am grössten ist die Doktorendichte in Bundesbern bei der CVP, am tiefsten bei der BDP.

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Der Doktorenclub in Bundesbern
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Dr. Kathy Riklin, CVP Ihre Doktorarbeit an der ETH trägt den Titel «Kontaktmetamorphose permischer Sandsteine im Adamello-Massiv (Nord-Italien)».
Dr. Daniel Jositsch, SP Seine Arbeit: Strafrecht gegen Rassendiskriminierung: Rechtsvergleich zwischen den Bundesrepublik Deutschlan und Kolumbien mit Blick auf die Revision des schweizerischen Strafrechts»
Dr. Ulrich Schlüer, SVP «Untersuchungen über die soziale Struktur von Stadt und Landschaft im fünfzehnten Jahrhunder»
Dr. Peter Bieri, CVP Er schrieb eine Dissertation zum Thema: «Produktionstechnische und wirtschaftliche Untersuchungen über den Futteraufwand bei Milchkühen während der Laktation».
Dr. Gabi Huber, FDP Sie hat über «Ausserordentliche Beiträge eines Ehegatten» promoviert,
Dr. Urs Schwaller, CVP Er doktorierte über «Die Unwirksamkeit des eigenhändigen Testamentes».

Der Doktorenclub in Bundesbern

Keystone

Jeder fünfte Parlamentarier hat einen Doktortitel - das entspricht der Promotionsquote im Deutschen Bundestag. Das schreibt die Zeitung «DerSonntag». Von den 200 Nationalräten führen 30 einen Doktortitel. Das entspricht einer Doktorenquote von 15 Prozent. Mehr als doppelt so hoch ist sie bei den Ständeräten: In der «chambre de réflexion» haben 38 Prozent den Doktor gemacht.

An der Spitze der Parteien liegt die CVP. 29 Prozent der Parlamentarier haben eine Diss. geschrieben. Mit deutlichem Abstand folgt die FDP: Von den 47 Parlamentariern haben 9 doktoriert, das sind 19 Prozent. Bei der SP sind es 9 von 49 (18 Prozent). Die rote Laterne fasst die BDP - Promotionsquote gemäss amtlichem Verzeichnis: null.

Fleissige Titelsammler sind vor allem die Juristen. FDP-Fraktionspräsidentin Gabi Huber hat über «Ausserordentliche Beiträge eines Ehegatten» promoviert, Urs Schwaller (CVP) über «Die Unwirksamkeit des eigenhändigen Testamentes». Dünn gesät sind dagegen Geisteswissenschafter und ETH-Absolventen wie Peter Bieri (CVP). Er schrieb eine Dissertation zum Thema: «Produktionstechnische und wirtschaftliche Untersuchungen über den Futteraufwand bei Milchkühen während der Laktation». Auch Kathy Riklin (CVP) hat an der ETH promoviert, und zwar über «Kontaktmetamorphose permischer Sandsteine im Adamello-Massiv (Nord-Italien)». (rsn)

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