Er ist für den Schaden, den die Schweiz dem Klima zufügt, eine zentrale Grösse: der alljährliche Verbrauch von Treib- und Brennstoffen. Rund drei Viertel des gesamten Co2-Ausstosses, den unser Land produziert, stammt aus dem Verbrauch von Benzin, Diesel oder Heizöl. Das Bundesamt für Umwelt vermisst deshalb jedes Jahr aufs Neue, wie er sich entwickelt. Und die neuesten Zahlen sind nicht erfreulich.

Das gilt vor allem für den Treibstoff. Dort ist die Schweiz im Vergleich zum Vorjahr nicht vom Fleck gekommen; der Verbrauch von Benzin und Diesel hat gleich viele Co2-Emissionen verursacht wie schon 2017. Das Umweltamt führt das auf die wachsende Verkehrsleistung, also mehr gefahrene Kilometer, sowie einen Zunahme der emissionsintensiven Personenwagen zurück. Bereits Anfang Monat war bekannt geworden, dass der durchschnittliche Verbrauch der 2018 neu zugelassenen Fahrzeuge um fast 4 Prozent höher war als im Vorjahr. Das liegt vor allem am steigenden Anteil der Allradautos.

Der Treibstoffverbrauch ist höher als 1990

Dass die Co2-Emissionen durch Treibstoffe nicht sogar gestiegen sind, ist auf den wachsenden Anteil der Elektromobilität am Strassenverkehr zurückzuführen. Dazu kommt, dass biogene Treibstoffe an Bedeutung gewinnen. Sie legten um 36 Prozent zu und deckten 2018 3,5 Prozent des gesamten Treibstoffverbrauchs ab. Im Vergleich zum Jahr 1990 ist die Schweizer Bilanz bei den Treibstoffen dennoch schlecht: Der Co2-Austoss liegt 3,3 Prozent über demjenigen von 1990.

Etwas besser sieht es beim Brennstoff-Verbrauch aus. Die dadurch verursachten Co2-Emissionen sind im letzten Jahr erneut zurückgegangen, so, wie das in den letzten Jahren eigentlich immer der Fall war. Witterungsbereinigt beläuft sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahr auf 2,2 Prozent. Der Bund rechnet in den Verbrauch von Heizöl und Gas jeweils einen Witterungs-Faktor mit ein. Damit gleicht er den Einfluss der von Jahr zu Jahr unterschiedlich kalten Wintermonaten aus. Das Bundesamt für Umwelt führt die Abnahme grösstenteils auf die bessere Energieeffizienz von Gebäuden und den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen zurück.

Schweiz verbrennt weniger Öl - und immer mehr Gas

Im langjährigen Vergleich ist es der Schweiz beim Brennstoff, der im Gegensatz zum Treibstoff mit einer Co2-Abgabe belegt wird, gelungen, den Verbrauch deutlich zu reduzieren. Er liegt heute um 28 Prozent tiefer als noch 1990. Allerdings ist es für ein Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens laut dem Bund unerlässlich, noch weniger Öl und Gas zu verheizen.

Ins Auge sticht bei den Brennstoffen, dass die durch Heizöl verursachten Co2-Emissionen stark rückläufig sind. Waren es 1990 noch 16,1 Millionen Tonnen, so betrug diese Zahl 2018 nur noch 8,2. In die andere Richtung geht es beim Gas: Es verursachte letztes Jahr 6,6 Millionen Tonnen Co2-Ausstoss - 1990 lag dieser Wert noch bei 3,8 Millionen.

Die neuen Zahlen dürften die Debatte über die künftige Ausgestaltung der Schweizer Klimapolitik zusätzlich befeuern. Derzeit behandelt die zuständige Ständeratskommission das Gesetz, nachdem der Nationalrat sich nicht auf eine Überarbeitung hatte einigen können - und der Entwurf am Ende versenkt wurde.