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«Die Nagra macht sich unglaubwürdig»

Die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) äussert sich zu den Standort-Vorschlägen der Nagra. Sie erwähnt ungelöste technische Probleme und die grossen Zeiträume.

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Zur Verfügung gestellt

Peter Belart

In ihrer Medienmitteilung verzichtet die SES darauf, die von der Nagra vorgeschlagenen sechs Standorte zu kommentieren. Sie erachtet es als verfrüht, die Standortsuche voranzutreiben, solange auf ihrer Ansicht nach übergeordnete Probleme noch keine befriedigenden Antworten vorliegen.

Zum einen spricht die SES technische Fragen an: «Besonders die Gasbildung durch Metallkorrosion und den Abbau organischer Stoffe soll vermieden werden. Doch die Gasbildung ist längst nicht das einzige technische Problem (Zufahrtsstollen, Pilotlager, Behältermaterial etc.).»
Zum andern verweist die SES nachdrücklich auf die langen Zeiträume.

Sie bezeichnet dies als «das grösste Problem» und wirft dazu drei Fragen auf: «Wie soll ein Lager über 1000000 Jahre kontrollierbar und der Atommüll rückholbar bleiben? Wie kann das Lager über 1000000 Jahre markiert und wie können Untergrundkonflikte vermieden werden? Wie soll es über 1000000 Jahre vor unvorhersehbaren Naturereignissen wie Erdbeben oder Eiszeiten geschützt werden?»

Die Nagra mache sich mit ihren Vorschlägen ohne Langzeitüberwachung unglaubwürdig, schreibt die SES. Sie müsse ein Lager planen, in dem der Atommüll ständig überwacht und notfalls auch zurückgeholt werden könne.

Die SES ist eine vom Bund und von den Kantonen anerkannte gemeinnützige Organisation. Sie setzt sich für erneuerbare Energiequellen und deren Nutzung ein. Sie plädiert für eine Abkehr von fossiler Energienutzung und für den Ausstieg aus der Kernenergie. Ausserdem wirkt sie darauf hin, dass Umweltbelastungen aller Art ein langfristig verträgliches Mass nicht überschreiten.

Weitere Einzelheiten unter www.energiestiftung.ch

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