Kernumfahrung von Ennetbaden
Der Postplatz wird wieder zum Dorfplatz

Die Eröffnung der Kernumfahrung von Ennetbaden hat einen Bauboom ausgelöst. Auch der öffentliche Raum soll nun aufgewertet werden. In die Gestaltung des Postplatzes werden rund 2,5 Millionen Franken investiert.

Drucken
ennetbaden.jpg

ennetbaden.jpg

Stadtanzeiger

Hubert Keller

Noch steht der Entscheid der Gemeindeversammlung aus. Es dürfte aber unbestritten sein, dass im Gleichschritt mit den privaten Investoren auch die Gemeinde ihren Teil zur Belebung des Zentrums von Ennetbaden beitragen muss. Allerdings warnt Gemeindeschreiber Toni Laube: «Was jahrzehntelang vernachlässigt wurde, kann nicht über Nacht mit neuem Leben erfüllt werden.» Viele Leute seien ungeduldig.

Beim ehemaligen «Hirschen» wird gegenwärtig die Baustelle für die künftige Badresidenz «Hirsch» vorbereitet. Hier entstehen exklusive Spa-Cottages, ein Wellnesscenter, acht Hotelzimmer, loftartige Suiten und luxuriöse Wohnungen. Zwischen «Schwanen» und «Post» ist das «Blueside» im Rohbau fertig. Die Baustellentafel vernichtet alle Hoffnungen auf ein Domizil in attraktiver Lage: «Alle Wohnungen verkauft!» In der zweiten Hälfte Januar soll der wieder und wieder angekündigte Abbruch des Café Schief - Startschuss für die Überbauung Zentrum II - vollzogen werden.

Für die Gestaltung der öffentlichen Räume sind konkrete Konzepte und Pläne ausgearbeitet worden. Passanten sollen sich wohlfühlen. Postplatz, Hirschenplatz und Badstrasse werden zur Flanierzone. Eine durchgehende Fusswegverbindung mit einem Steg via Oederlinfabrik wird Ennetbaden zusätzlich mit Baden verbinden. Der Limmatraum wird in Ennetbaden noch stärker erlebbar. «Dem Postplatz wird der Dorfplatzcharakter vergangener Zeiten zurückgegeben», heisst es im Bericht zuhanden der Gemeindeversammlung vom 12. November. Der neue Platz reicht von Fassade zu Fassade und überlässt dem Fussgänger den Vortritt. Anwohner und Lieferanten sind zur langsamen Fahrt gezwungen.

Der Postplatz erhält eine durchgehende Pflästerung. Eine schmale Wasserrinne durchzieht die grosszügige Fläche. Diese übernimmt aus dem Kanal des Bachtelibachs wenig Wasser und führt dieses über den Platz Richtung Limmat. Die Rinne dient auch der Platzentwässerung.

Im Übergang vom Postplatz zur Badstrasse werden drei Winterlinden mit einer Sitzbankgruppe kombiniert - ein schattiges Plätzchen zum Verweilen. Der alte Brunnen wird integriert.

Vom neuen Postplatz gelangt man über eine grosszügige Treppenanlage zum halbprivaten Zwischenraum der Wohnsiedlung Zentrum I. Menschen mit einem Handicap benutzen eine Rampe. Teil des Projekts sind aufwändige Regenwasserrückhalteanlagen und Werkleitungserneuerungen, deren Kosten mit 1,11 Mio. Franken veranschlagt sind.

Aktuelle Nachrichten