Coronamassnahmen

Der oberste Schweizer Polizist Urs Hofmann blickt mit Sorge auf den nächsten Lockerungsschritt

Der Aargauer Regierungsrat und Polizeidirektor Urs Hofmann wehrt sich gegen den Vorwurf, die Polizei mache bei Anti-Corona Demonstrationen zu wenig.

Der Aargauer Regierungsrat und Polizeidirektor Urs Hofmann wehrt sich gegen den Vorwurf, die Polizei mache bei Anti-Corona Demonstrationen zu wenig.

Mit jedem weiteren Lockerungsschritt der Coronamassnahmen werde die Aufgabe für die Polizei schwieriger. Gleichzeitig verteidigt Urs Hofmann das bisherige Vorgehen der Polizei bei Missachtung der Abstandsregel.

(dpo) Der Präsident der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) blickt mit Sorge der dritten Lockerungsphase in der Coronapandemie entgegen: «Je grösser die Lockerungsschritte sind und je mehr eine gewisse Sorglosigkeit um sich greift, wird es für die Polizei sicher nicht einfacher», sagte Urs Hofmann gegenüber Radio SRF am Montagmorgen.

Er wehrt sich gegen den Vorwurf, die Polizei würde bei Anti-Corona-Demonstrationen oder Missachtung der Abstandsregel zu wenig eingreifen. «Nicht die Polizei muss mehr tun, die Leute müssen vernünftig sein», so Hofmann. «Wenn die Leute sich unvernünftig verhalten, illegale Partys oder Fussballspiele veranstalten, dann liegt das Problem nicht bei der Polizei sondern bei den Leuten, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten.»

«Die Polizei kann das Coronavirus nicht besiegen»

Das schöne Wetter über Auffahrt hat vermehrt Menschen nach draussen gelockt, wobei die Abstandsregel von zwei Metern nicht immer eingehalten wurde. Zudem fanden übers Wochenende erneut Anti-Corona-Demonstrationen in Bern und Zürich statt, welche die Polizei auflöste. Kundgebungen von über fünf Personen sind nach wie vor nicht erlaubt.

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Regierungsrat Urs Hofmann schildert im «Talk Täglich» den Verlauf der «perfiden, einzigartigen» Corona-Erkrankung. Zudem erklärt er, warum er möglichen Lockerungen in Bar-Betrieben skeptisch gegenübersteht und was er zur Frauen-Diskussion in seiner SP meint.

Dort, wo man rechtzeitig vor Ort sei und genügend Mannschaftsstärke mobilisieren könne, greife die Polizei ein, erklärte Hofmann weiter. Umgekehrt müsse man auch sehen, dass die Einsätze verhältnismässig blieben. «Die Corona-Delikte sind Übertretungen, da ist es nicht möglich, dass man massenweise Leute verhaftet.»

Die Coronamassnahmen basieren allgemein auf Selbstverantwortung, und alleine mit polizeilichen Massnahmen könnten die Regeln nicht umgesetzt werden. «Die Polizei kann das Coronavirus nicht besiegen», so der Aargauer Polizeidirektor. Wir alle müssten mit dieser Situation richtig umgehen.

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