Zahlen und Fakten

Das neue Parlament - die 200 Nationalräte in Zahlen und Fakten

Die Schweiz hat gewählt: Doch wie verändert dies die Zusammensetzung im Parlament? Was für berufliche oder familiäre Hintergründe haben die Politikerinnen und Politiker des neuen Nationalrates?

Die «Nordwestschweiz» hat die Steckbriefe der Gewählten und ihre Websites durchforstet. Eine erste Übersicht, die sich durch den zweiten Ständeratswahlgang noch leicht verändern dürfte:

  • Frauenanteil: 64 Frauen und 136 Männer politisieren künftig in der grossen Kammer. Das ist der höchste Frauenanteil seit der Einführung des Frauenstimmrechts. Damit steigt der Frauenanteil um vier Prozent auf neu 32 Prozent. Proportional zur Bevölkerung bleiben die Frauen im Nationalrat somit weiterhin untervertreten. Als einzige Partei sind aus der SP mehr Frauen als Männer im Nationalrat vertreten.
  • Alter: Die Politiker im neuen Nationalrat sind im Schnitt 50,30 Jahre alt. Damit ist das Durchschnittsalter im Vergleich zur letzten Legislatur um ein Jahr angestiegen. Insbesondere die Gruppe der über 60-Jährigen legte zu. Jeder fünfte Nationalrat hat seinen 60. Geburtstag bereits gefeiert. Der älteste Politiker der kleinen Kammer ist der 73-jährige Maximilian Reimann (SVP) aus dem Aargau. Die jüngste Nationalrätin kommt aus Genf: die 27-jährige Lisa Mazzone (Grüne).
  • Beruflicher Hintergrund: Die grösste Berufsgruppe unter den Nationalräten sind die Juristen. 45 Politiker der grossen Kammer studierten Rechtswissenschaften – das ist mehr als jeder fünfte. Ihnen folgen mit 38 Vertretern die Unternehmer. Nurgering vertreten sind hingegen Ärzte (4), Handwerker (3) oder Lehrer (2). Neu zieht mit dem Zürcher Bruno Walliser (SVP) ein Kaminfeger unter die Bundeshauskuppe. Knapp jeder Zehnte verwies bei seinem Beruf auf seine politischen Ämter und gilt somit als Berufspolitiker.
  • Nachwuchs: Die Mehrheit im neuen Nationalrat sind Familienmenschen. So ist genau die Hälfte Vater oder Mutter von einem, zwei oder drei Kindern. Acht Parlamentarier – ausschliesslich Männer – haben fünf Kinder. Die grösste Schar an Nachwuchs hat CVP-Politiker Claude Béglé (VD) mit sechs Sprösslingen. 40 Männer und 23 Frauen sind kinderlos. Wobei sich dies gerade bei jungen Parlamentariern noch ändern könnte.
  • Zivilstand: Mehr als die Hälfte der Nationalräte sind verheiratet oder leben in einer eingetragenen Partnerschaft. Weniger als ein Viertel sind ledig, acht Politiker haben sich scheiden lassen und zwei sind verwitwet. 24 Nationalräte machen keine Angaben zu ihrem Zivilstand.
  • Militär: In den vergangenen Jahren haben militärische Titel und Grade an Bedeutung verloren. Deshalb verwundert es nicht, dass 99 der 136 männlichen Nationalratsmitglieder kaum etwas über ihre militärische Ausbildung in ihrem Lebenslauf erwähnen. Trotzdem finden sich unter den amtierenden Parlamentariern neun Unteroffiziere, acht Hauptmänner, fünf Oberleutnants und ebenso viele Oberste. Fast alle stammen aus den Mitte-Rechts-Parteien. Nationalrätinnen mit militärischem Grad gibt es hingegen nicht.
  • Religion: Auch die Religionszugehörigkeit scheint weniger wichtig als früher zu sein. In den Steckbriefen der Nationalräte gibt es keine Rubrik für die Glaubensrichtung. Zudem erwähnt kaum ein Parlamentarier diese auf seiner persönlichen Website.

Nationalratswahlen 2015: Veränderung der Mandatsverteilung nach Parteien und Geschlecht (GRAFIK)

Meistgesehen

Artboard 1