Schweiz

Corona-Virus vor der Schweizer Grenze: «Jetzt heisst es Ruhe bewahren»

Die Strassen im unter Quarantäne stehenden Ort Codogno sind so gut wie ausgestorben.

Die Strassen im unter Quarantäne stehenden Ort Codogno sind so gut wie ausgestorben.

Im benachbarten Norditalien stehen mehrere Ortschaften wegen des Corona-Virus unter Quarantäne. Der Bund rät der Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Falls sich das Virus weiter ausbreite, sei die Schweiz gerüstet.

(wap) Noch vor drei Tagen schienen die Szenen von abgeriegelten Städten und maskierten Menschen weit weg zu sein. Nun kommen sie aus Italien, aus Orten, die nur wenige Autostunden von der Schweizer Grenze entfernt liegen.

Die Online-Leserzahlen von CH Media zeigen: Der Informationsbedarf der Bevölkerung zum Thema ist in den letzten 24 Stunden deutlich gewachsen. Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit hat deshalb am Sonntagmorgen gegenüber CH Media aktuell informiert.

Hände waschen und in Ellenbogen niesen

In der Schweiz bestehe zur Zeit keine erhöhte Gefahr, sagt Koch. Es sei nun wichtig, die Ruhe zu bewahren. Bislang handle es sich bei den Ereignissen in Italien nur um lokale Ausbrüche der Krankheit. Es gebe keine Hinweise auf eine weitere Ausweitung, und die italienischen Behörden hätten die nötigen Schritte eingeleitet.

In der Schweiz gälten weiterhin die allgemeinen Hygieneregeln: Häufiges Händewaschen, Finger nicht in Mund, Nase oder Auge, Papiertaschentücher verwenden und entsorgen, nicht in die Hände niesen.

Sollte sich die Krankheit über die isolierten Orte in Norditalien hinaus ausbreiten, sei die Schweiz vorbereitet. Allerdings komme weder eine Schliessung der Grenze noch die Isolation von ganzen Ortschaften und Regionen in der Schweiz in Betracht. Derartige Massnahmen seien in der Schweiz grundsätzlich nicht vorgesehen und ohnehin wenig erfolgversprechend. Die lokalen Quarantänen in Italien dienten denn auch vor allem dazu, die Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Sie seien eine vorläufige und lokal beschränkte Massnahme.

Menschenleere Strassen in Italien - Zahl der Infizierten steigt auf über 100

Menschenleere Strassen in Italien (23.2.2020)

In der Schweiz käme bei einer weiteren Eskalationsstufe das sogenannte «Social Distancing» zum Einsatz, so Koch: Firmen würden aufgerufen, die Mitarbeiter zu Hause arbeiten zu lassen, Grossanlässe abgesagt. Soweit sei es aber noch nicht, rief Koch am Sonntagmorgen in Erinnerung: « Es gibt in der Schweiz weiterhin keinen einzigen bestätigten Fall. »

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