Griechenland - Türkei

Chance für ehemalige Erzfeinde: Türkei und Griechenland im Dialog

Papandreou (links) und sein Amtskollege Erdogan im Gespräch

Papandreou (links) und sein Amtskollege Erdogan im Gespräch

Historische Chance für ehemalige Erzfeinde: Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und sein griechischer Amtskollege Giorgos Papandreou haben intensive Gespräche über die Zukunft der Beziehungen zwischen ihren Staaten aufgenommen.

"Es ist ein historisches Treffen", sagte nach Angaben des staatlichen Radios Erdogan beim Treffen mit Papandreou. Auch der griechische Regierungschef charakterisierte den Moment als historisch, hiess es.

Bei den Gesprächen suchten sie Wege, ihre Beziehungen auszubauen und zu normalisieren. Erdogan sprach von einer neuen Ära der Zusammenarbeit: "Dies ist der Beginn besserer Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei", sagte der türkische Regierungschef.

Der griechische Präsident Carolos Papoulias, mit dem Erdogan ebenfalls zusammenkam, sagte, er erhoffe sich von dessen zweitägigem Besuch "gute Ergebnisse".

Erdogan und Papandreou wollten am Abend die erste gemeinsame Kabinettssitzung mit jeweils zehn Ministern leiten. Diese Einrichtung, der sogenannte türkisch-griechische Höchste Kooperationsrat, soll künftig jedes Jahr stattfinden.

Zudem wurde vereinbart, dass sich die Aussenminister beider Länder zweimal jährlich treffen. Insgesamt wollen die beiden Regierungen 21 Abkommen unterzeichnen. Dabei geht es um Tourismus, Handel, Schifffahrt, Bildung, Forschung, Umweltschutz, Industrie sowie um die Bekämpfung des organisierten Verbrechens.

Zunächst wurde ein Abkommen über die Rückführung illegaler Einwanderer unterzeichnet, eine bislang zwischen den Ländern höchst strittige Frage.

Die Türkei hat in Griechenland den stärksten Befürworter eines Beitrittes in die Europäische Union (EU) gefunden.

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